„Ich bin heute abend drollig“, sagte er sich.

Er kam an einem großen Kolonialwarenladen vorüber und sah, die Auslagen betrachtend, Schachteln mit Mandarinen. Kleine Mandarinen, kleine saftige Nichts, ihr seid nicht für den Mund von Mädchenhirten geschaffen! Er kam vor einen andern Laden und sah nach, ob es auch hier Schachteln mit Mandarinen gab. Man hält es für schwer. Zunächst muß der Blick entschlossen sein. Niemand sieht zu. Darum muß der Griff rasch und unbefangen sein. Maurice schob die Schachtel mit Mandarinen unter seine Weste, ohne sich aufzuhalten. Es war, um Berthe ein Vergnügen zu bereiten, freigebig zu sein mit einem Geschenk, ein wenig Arbeit, ein wenig Liebe, ein paar Mandarinen für einen feinen Mund!

Dann fiel ihm die Syphilis ein. Eh, wenn er nicht die Syphilis hatte! wenn er nicht die Syphilis hatte! Da war es ihm, als würde das seinem Ruhm schaden. Er schritt mit solcher Leidenschaft aus, daß seine Beine zu stiegen schienen. Wenn er nicht die Syphilis hatte, war es hohe Zeit, sie zu haben. Er ging auf sein Ziel los, die Mandarinen unter dem Arm, die Seele geweitet, so stark vorwärts getrieben, daß er nicht daran dachte, sich umzublicken.

Als er in sein Zimmer trat, kochte Berthe eine Kleinigkeit zum Abendessen. Er sagte:

„Da schau her, ich bring dir eine Schachtel Mandarinen.“

Sie lächelte zart:

„Oh! Maurice! das hat aber was zu bedeuten, daß du so lieb bist.“

„Küß mich.“

Sie näherte sich, und wie sie ihm einen herzhaften Kuß auf die Lippen gab, legte er ihr beide Arme um die Schultern und hielt sie fest. Er küßte sie auch auf den Mund. Dann fuhr er fort: einmal sehr kräftig, einmal leicht, dann sehr kräftig, dann weniger leicht . . . Währenddessen zog er sie an sich, drückte sie sich an den Leib. Sie sagte:

„Laß mich los, sonst brennt mir das Fleisch an.“