»Die Schönheit,« fuhr Prinz Riquet mit der Locke fort, »ist ein großer Vorzug, der wichtiger ist als alles andere, und ich weiß nicht, warum jemand der so schön ist wie Sie, noch traurig sein kann.«

»Lieber möchte ich so häßlich sein wie Sie,« entgegnete die Prinzessin, »und Ihren Verstand haben, als meine Schönheit behalten und so dumm sein, wie ich es bin!«

»Nichts beweist mehr, daß jemand Verstand hat, als sein Glaube, er habe keinen; es ist eine Eigentümlichkeit dieser Gabe, daß man, je mehr man davon besitzt, desto mehr glaubt, sie fehle einem.«

»Das verstehe ich nicht,« sagte die Prinzessin, »ich weiß nur, daß ich sehr dumm bin, und das ist der Grund meines Leides, das mich noch töten wird!«

»Wenn Sie weiter nichts bekümmert, mein Fräulein, so kann ich Ihrem Schmerze leicht ein Ende machen!«

»Und wie wollen Sie das tun?« forschte die Prinzessin.

»Ich habe die Macht, mein Fräulein,« sagte Riquet mit der Locke, »auf den Menschen, den ich am meisten lieben muß, so viel Verstand zu übertragen, wie man eben braucht. Sie sind dieser Mensch, mein Fräulein!

Es liegt also nur an Ihnen, und Sie verfügen über so viel Verstand, wie man nur haben kann, vorausgesetzt, daß Sie mich gerne heiraten wollen!«

Die Prinzessin war über diese Worte ganz bestürzt und gab keine Antwort darauf.

»Wie ich sehe,« fuhr Prinz Riquet mit der Locke fort, »ist Ihnen mein Vorschlag peinlich, und das wundert mich nicht; ich gebe Ihnen aber ein ganzes Jahr Zeit, um sich zu entscheiden!«