Dann hättest du dir aber auch deine freundschaftliche Mühe, mir den Pfeil ins Herz zu drücken und mich mit ihr bekannt zu machen, ersparen können, fuhr ich bitter heraus.
Das hätte ich gewiß unterlassen, wenn ich dich erstens für so kindisch und romanhaft empfänglich gehalten, und dann die wahre Lage der Dinge gewußt hätte.
Du hast sie nicht gewußt? und doch bin ich beinahe mit Haaren herbeigezogen worden.
Ich bedaure dies noch immer nicht, fiel Richards ein; haben wir doch nun Hoffnung, dich stätig zu sehen. Fürwahr, dies Umherziehen dauert zu lange.
Ich blickte ihn an; er war meiner Frage ausgewichen. Seine Frau jedoch hob den ihm hingeworfenen Handschuh auf.
Fürwahr, hätten wir nur ahnen können, daß Sie, der ewige Jude, Lust zum Heirathen bekämen! aber wer kann sich auf Sie verlassen, und Sie wissen, die Tante ist nun einmal zum Heirathmachen geboren. Wir haben Emilie von Neworleans abgeholt, und das Uebrige wissen oder errathen Sie.
Und seit wann hat sich dieses Geschäft abgethan?
Seit zwei Wochen.
Seit zwei Wochen! wiederholte ich ein-, zwei-, dreimal. Es waren volle vier Wochen seit meinem zweiten Zusammentreffen mit Richards, und wenigstens achtzehn Tage, daß unsre Ankunft seiner Frau bekannt sein mußte. Ich glaubte mir schmeicheln zu können, daß der Einfluß Clara's auf ihre Freundin diese von einer so schnellen Wahl wenigstens bis zu meiner Ankunft hätte zurückhalten sollen. Alles das schwindelte mir durchs Gehirn und trübte nur noch mehr meine Laune. Ich sah nur zu deutlich, daß die Tante mir einen Streich gespielt. — Ja, diese glorreiche Tante! platzte ich wieder heraus.
Ist eine sehr respectable Dame, Mister Howard, versetzte Mistreß Richards, und sie glaubte für ihre Nichte sehr wohl zu wählen; ich kann ihr gar keinen Vorwurf machen.