Freilich nicht, entgegnete ich; schade nur, daß sie sich nicht zur allein seligmachenden Kirche bekennt. Sie hätte dann Aussicht, einst, in Glas und Rahmen gefaßt, in der Kathedrale von Neworleans zu prangen, allen ihren Negern zum Trost und Labsal.

Das war nun beißig boshaft; aber wer kann seine Geduld immer behalten. Mir war es unmöglich; ich mußte meinem Herzen Luft machen. Der Stich hatte keine Erwiederung zur Folge. Richards sah mich ernst an, seine Frau beinahe wüthend. Eine lange Pause erfolgte.

Ich sah wieder auf den Missisippi hinaus, den Schiffen und Kielböten zu, von denen der Yankee doodle in nicht unangenehmem Chore herübertönte.

Und Emilie, hat sie sich geduldig in die Wahl ihrer Tante gefügt? fragte Richards.

Seine Frau hielt mit der Antwort inne; wahrscheinlich antwortete sie durch ihr Geberdenspiel.

Es nimmt mich auch nicht Wunder, wisperte sie nach einer Weile; das feine Wesen fehlt ihm gänzlich. Selbst die Art, wie er ihr sein erstes Geschenk darbot, war ziemlich derbe.

Sage vielmehr roh, versetzte eben so leise ihr Gatte. Ich wollte ihm gern den Mangel an Abgeschliffenheit verzeihen; aber des Mannes Seele ist roh, gewaltthätig, für alle sanfteren Empfindungen verloren. Sie kann nicht mit ihm glücklich sein. Und sie hat also sein Geschenk zurückgewiesen? fragte er.

Entschlossen und fest zurückgewiesen, erwiederte sie. Selbst meine Bitten vermochten nichts über sie; sie kenne ihn nicht hinlänglich; sie wolle sich nicht binden, ehe sie den Rath ihrer Mutter eingeholt.

Sie hat ganz recht, und ich begreife nur nicht, wie die Tante es so weit treiben konnte.

Du weißt, ihr Vermögen, ihr Ansehen macht jeden Wink zum Gebote.