Und wie haben sie diese Wunder alle ausführen können? fragte ich erstaunt.
Nun, Sie haben uns ja fünfzehn Leute gesandt, Vater lieh mir noch zehn der Unsrigen, und so konnten wir schon etwas Tüchtiges leisten.
Ich ging mit dankbewegtem Herzen durch die Geländer der Umzäunung der Veranda zu. Sie war im elegantesten Geschmacke errichtet; die Jalousien liefen acht Fuß hoch auf der Ost-, Süd- und Westseite des Hauses herum; die Nordseite war, wie gewöhnlich, frei geblieben. Der Saal war mit glänzend-blaßgelben Matten belegt; in der Einrichtung, meinte jedoch der junge Mann, hatte Papa nicht vorgreifen wollen; nur was zwei Zimmer betrifft, machten wir eine Ausnahme. Ich näherte mich voll Erwartens meinem Schlafzimmer. Prachtvoll! Ein allerliebstes Bette, und zwar ein doppeltes, als wenn sie die Katastrophe vorausgesehen hätten, mit allem Nöthigen versehen; ein fünfzehnjähriges schwarzes Mädchen arbeitete noch an den Moschetto-Vorhängen. Das ganze Haus war wie durch einen Zauberschlag umgewandelt. — »Und wer hat den Plan zur Einrichtung dieses Zimmers gegeben?«
Das Mädchen ist Louisens Kammerzöfchen, lachte Menou; sie wird wohl vom Geiste ihrer Gebieterin inspirirt sein.
Die alte Sibylle kam mittlerweile an der Spitze meiner Unterthanen, die frisch, munter und jubelnd einhertanzten. Es waren zehn Bursche und fünf Mädchen darunter, die ich noch nicht kannte. Der junge Menou führte sie mir nun als die Meinigen vor; sein Vater hatte sie für mich, der ich das Sklavenhandeln verabscheue, durch einen bewährten Freund einkaufen und hieher überschiffen lassen. Sie waren noch sammt und sonders, so wie die Mädchen, ledig.
Ich blickte Menou bedenklich an. Die Creolen erlauben ihren Negern gewisse Freiheiten, die unserm strengen sittlichen Gefühle schnurstracks entgegen sind. Jedes meiner Paare war verheirathet, und selbst in meiner tollen Wanderschaft hatte ich streng auf Zucht und Sitte gesehen. Der junge Mann beschwichtigte meine Zweifel; die Mädchen waren unterdessen in der ehemaligen Wohnung Mister Bleaks untergebracht, und die Bursche in zwei Häuserchen, die er bereits erbaut; acht andere waren im Baue begriffen. — So waren denn alle meine Wünsche erreicht, und ich stand im wohnlichsten Hause am Red-River. Ich segnete den Blitzesfunken.
Ah! sprach der junge Mann, es sind mehrere Briefe an Sie eingelaufen, die ich ganz im Drange der Geschäfte vergessen habe, Ihnen zu senden.
Ich erbrach sie. Es waren Briefe von Richards, der mich dringend bat, ihm sogleich das Vergnügen meines Besuches zu gewähren. In einem andern war er noch dringlicher, und schien ganz verwundert, daß ich so häuslich geworden; in einem dritten war mir angekündigt, daß die schöne Emilie als Mistreß Doughby zurückgekehrt, und als Postscriptum beigefügt, daß sie eine der Zierden Bostons, eine Cousine mit sich gebracht.
Kein Wort jedoch wegen der aufgekündigten achttausend Dollars; das ist doch wirklich sonderbar. Richards ist doch nicht so indifferent für zeitliche Güter, da seinen Groll zu verschmerzen, wo es seinen Beutel angreift. »Hier ist ein Punkt,« sprach ich zu dem jungen Manne, dem ich nicht gerne eine Blöße geben wollte, »der meine augenblickliche Rückkehr in Ihres Vaters Haus erheischt.«
Wirklich! rief der junge Creole verwundert aus.