Skizze des Chimbiri-Yacu-Gebiets.
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GRÖSSERES BILD
Westlicher Teil der obigen Karte
Östlicher Teil der obigen Karte
Durch Zeichen gab ich zu verstehen, daß wir nur für die eine Nacht hier lagern würden, verteilte einige Geschenke und tat so, als ob ich mich nicht weiter um die Indianer kümmerte, die herumstanden und uns beobachteten. Obwohl ich sehnlichst wünschte, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ihr Dorf in Augenschein zu nehmen, hielt ich das doch für gefährlich, ohne ihre Absichten erst erkundet zu haben. Wenn man nur zwei halbzivilisierte Eingeborenenboys zu seiner Verteidigung hat, trägt man kein Verlangen, sich in mehr Gefahren zu begeben als unvermeidlich an sich mit jeder Forschungsarbeit verbunden sind.
Während des ganzen Tags zügelte ich meine Ungeduld und beschränkte mich auf gelegentliche pantomimische Bemühungen, den Namen des Stammes herauszubringen. So entdeckte ich, daß er eine Unterabteilung des großen Huambisavolks war und „Anchuales“ hieß. Natürlich verschärfte sich nun mein Wunsch, ihr Leben und ihre Sitten zu untersuchen. Als die Nacht anbrach, saß ich vor meinem Zelt mit dem Rücken gegen den Fluß und den kurzen Winchesterkarabiner geladen und schußbereit in Reichweite. Dann stieg der Mond auf und überflutete die Lichtung mit seinen geheimnisvollen Strahlen. Ostentativ stand ich auf, warf die erst halbgerauchte Zigarre weg und verschwand im Zelt. Einer der Boys hielt draußen Wache.
Auf der Rückseite des Zeltes hatten wir die Leinwand absichtlich nicht befestigt. Ich konnte daher hier unter die Leinwand kriechen und wartete, bis eine Wolke den Mond verdeckte. Als endlich das Ufer für einen Augenblick im dunkeln Schatten lag, glitt ich den steilen Abhang hinab und verbarg mich unter dem Schutzdach im Stern des Kanus. Hier wachte und schlummerte ich abwechselnd, bis es anfing zu dämmern. Als alles ruhig blieb, badete ich und bereitete mich auf den kommenden Tag vor.