Hoch über die Vernunft erhöht,
Umringt mit heilgen Finsternissen,
Füllst du mein Herz mit Majestät,
Und stillest mein Gewissen.
Ich kann der Sonne Wunder nicht,
Noch ihren Lauf und Bau ergründen;
Und doch kann ich der Sonne Licht
Und ihre Wärm empfinden.
So kann mein Geist den hohen Rath
Des Opfers Jesu nicht ergründen;
Allein das Göttliche der That,
Das kann mein Herz empfinden.
Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ
Am Kreuz nicht meine Schuld getragen,
Nicht Gott und mein Erlöser ist:
So werd ich angstvoll zagen.
Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn:
So werd ich ewig irren müssen,
Und wer Gott ist, und was ich bin,
Und werden soll, nicht wissen.
Nein, diesen Trost der Christenheit
Soll mir kein frecher Spötter rauben;
Ich fühle seine Göttlichkeit,
Und halte fest am Glauben.
Des Sohnes Gottes Eigenthum,
Durch ihn des ewgen Lebens Erbe,
Dieß bin ich; und das ist mein Ruhm,
Auf den ich leb und sterbe.
Er giebt mir seinen Geist, das Pfand,
Daran wir seine Liebe merken,
Und bildet uns durch seine Hand
Zu allen guten Werken.
So lang ich seinen Willen gern
Mit einem reinen Herzen thue;
So fühl ich eine Kraft des Herrn,
Und schmecke Fried und Ruhe.
Und wenn mich meine Sünde kränkt,
Und ich zu seinem Kreuze trete:
So weis ich, daß er mein gedenkt,
Und thut, warum ich bete.