Da du dich selbst für mich dahin gegeben,
Wie könnt ich noch nach meinem Willen leben?
Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre,
Zu deiner Ehre?
Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden,
Wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden;
Da du so viel für uns, die wirs verschuldet,
Liebreich erduldet?
Für welche du dein Leben selbst gelassen,
Wie könnt ich sie, sie meine Brüder hassen?
Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten,
Für sie noch beten?
Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten,
Wenn man mich schilt, nicht rächend wiederschelten.
Du, Heiliger, du, Herr und Haupt der Glieder,
Schaltst auch nicht wieder.
Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen,
Dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen.
Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen,
Dich nachzuahmen.
Unendlich Glück! Du littest uns zu gute.
Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute.
Du hast mein Heil, da du für mich gestorben,
Am Kreuz erworben.
So bin ich denn schon selig hier im Glauben?
So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben?
So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben,
Einst ewig leben?
Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete,
Im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete:
So ist mein Heil schon so gewiß erstrebet,
Als Jesus lebet.
Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize:
So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze.
Und werd ich matt im Laufe guter Werke:
So sey mirs Stärke.
Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden
Ein Aergerniß und eine Thorheit werden:
So seys doch mir, Trotz alles frechen Spottes,
Die Weisheit Gottes.