Schenkt deine Hand mir Ueberfluß;
So laß mich mäßig im Genuß,
Und, dürftge Brüder zu erfreun,
Mich einen frohen Geber seyn.
Gieb mir Gesundheit, und verleih,
Daß ich sie nütz, und dankbar sey,
Und nie, aus Liebe gegen sie,
Mich zaghaft einer Pflicht entzieh.
Erwecke mir stets einen Freund,
Ders treu mit meiner Wohlfahrt meynt,
Mit mir in deiner Furcht sich übt,
Mir Rath und Trost und Beyspiel giebt.
Bestimmst du mir ein längres Ziel,
Und werden meiner Tage viel:
So laß, Gott, meine Zuversicht,
Verlaß mich auch im Alter nicht.
Und wird sich einst mein Ende nahn:
So nimm dich meiner herzlich an,
Und sey durch Christum, deinen Sohn,
Mein Schirm, mein Schild und grosser Lohn!
[Trost eines schwermüthigen Christen.]
Du klagst, o Christ! in schweren Leiden,
Und seufzest, daß der Geist der Freuden
Von dir gewichen ist.
Du klagst und rufst: Herr, wie so lange?
Und Gott verzeucht, und dir wird bange,
Daß du von Gott verlassen bist.
Sind meine Sünden mir vergeben;
Hat Gott mir Sünder Heil und Leben
In seinem Sohn verliehn:
Wo sind denn seines Geistes Triebe?
Warum empfind ich nicht die Liebe,
Und hoffe nicht getrost auf ihn?
Mühselig, sprichst du, und beladen
Hör ich den Trost vom Wort der Gnaden,
Und ich empfind ihn nicht;
Bin abgeneigt, vor Gott zu treten;
Ich bet, und kann nicht gläubig beten;
Ich denke Gott, doch ohne Licht.
Sonst war mirs Freude, seinen Willen
Von ganzem Herzen zu erfüllen;
Sein Wort war mir gewiß.
Itzt kann ichs nicht zu Herzen fassen,
Und meine Kraft hat mich verlassen,
Und meinen Geist deckt Finsterniß.