[Osterlied.]

Jesus lebt, mit ihm auch ich.
Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt, und wird auch mich
Von den Todten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht;
Dieß ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, ihm ist das Reich
Ueber alle Welt gegeben;
Mit ihm werd auch ich zugleich
Ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht;
Dieß ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, wer nun verzagt,
Lästert ihn und Gottes Ehre.
Gnade hat er zugesagt,
Daß der Sünder sich bekehre.
Gott verstößt in Christo nicht;
Dieß ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, sein Heil ist mein;
Sein sey auch mein ganzes Leben.
Reines Herzens will ich seyn,
Und den Lüsten widerstreben.
Er verläßt den Schwachen nicht;
Dieß ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, ich bin gewiß,
Nichts soll mich von Jesu scheiden,
Keine Macht der Finsterniß,
Keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Er giebt Kraft zu dieser Pflicht;
Dieß ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, nun ist der Tod
Mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnoth
Wird er meiner Seele geben,
Wenn sie gläubig zu ihm spricht:
Herr, Herr, meine Zuversicht!

[Betrachtung des Todes.]

Wie sicher lebt der Mensch, der Staub!
Sein Leben ist ein fallend Laub;
Und dennoch schmeichelt er sich gern,
Der Tag des Todes sey noch fern.

Der Jüngling hofft des Greises Ziel,
Der Mann noch seiner Jahre viel,
Der Greis zu vielen noch ein Jahr,
Und keiner nimmt den Irrthum wahr.