Cleon. Du machst mich böse. Ich habe es ja mehr als einmal selber gehört.
Julchen. Daß er zu mir gesagt hätte: »Ich bin Ihnen gut«?
Cleon. Jawohl!
Julchen. Mit Ihrer Erlaubnis, Papa, das hat Herr Damis in seinem Leben nicht zu mir gesagt. »Ich liebe Sie von Herzen«, das spricht er wohl; aber niemals, »ich bin Ihnen gut«.
Cleon. Bist du nicht ein zänkisches Mädchen! Wir streiten ja nicht um die Worte.
Julchen. Aber das klinget doch allemal besser: »Ich liebe Sie von
Herzen«, als das andere.
Cleon. Das mag sein. Ich habe das letzte immer zu meiner lieben Frau gesagt, und es gefiel ihr ganz wohl. Daß die Welt die Sprache immer ändert, dafür kann ich nicht. Ihr Mädchen gebt heutzutage auf ein Wort Achtung wie ein Rechenmeister auf eine Ziffer. Es gefällt dir also, wenn er so zu dir spricht? Gut, meine Tochter, so nimm ihn doch. Was wegerst du dich denn? Ich gehe nach der Grube zu. Worauf willst du denn warten? Kind, ich sage dir's, es dürfte sich keine Gräfin deines Bräutigams schämen. Herr Damis möchte heute gerne die völlige Gewißheit haben, ob er…
Julchen. Papa!
Cleon. Nun, was willst du? Nur nicht so verzagt. Ich bin ja dein
Vater. Ich gehe ja mit dir wie mit einer Schwester um.
Julchen. Papa, darf ich etwas bitten?