Siegmund. Daß man Sie sehn und doch unempfindlich bleiben kann?

Julchen. Sie spielen die Rolle des Herrn Damis, wie ich sehe.

Siegmund. So werde ich sehr unglücklich sein, weil Sie mit seiner
Rolle nicht zufrieden sind.

Julchen. Was verlieren denn Sie und meine Schwester, wenn ich seine
Wünsche nicht erfülle?

Siegmund. Vielleicht gewönne ich. Vielleicht würden Sie die Absichten des aufrichtigsten Herzens sehn. Ich verehre Sie; doch… wie kann ich Ihnen das sagen, was ich empfinde!

Julchen. Sie können eine fremde Person vortrefflich annehmen. Aber auch die Liebe im Scherze beunruhigt mich. Ich weiß nicht, wo meine Schwester bleibt. Ich möchte doch wissen, was sie mir zu sagen hätte; sie küßte mich vor Freuden. Es muß etwas Wichtiges sein. Ich muß sie nur suchen.. Verziehn Sie einen Augenblick.

Zwölfter Auftritt

Siegmund allein.

Ich Abscheu! Was habe ich getan? Ich werde der redlichsten Seele untreu, die mich mit Entzückung liebt? Ich…? Aber wie schön, wie reizend ist Julchen! Sie liebt ihn noch nicht… Und mir, mir ist sie gewogen? Aber die Vernunft…? Sie soll schweigen… Mein Herz mag die Sache ausführen…. Mißlingt mir meine Absicht: so bleibt mir Lottchen noch gewiß. … Hat sie mir nicht selbst befohlen, mich verliebt in Julchen zu stellen? Werde ich ihr darum untreu? Wie? Sie kömmt noch einmal? Sucht sie mich mit Fleiß?

Dreizehnter Auftritt