Siegmund. Julchen. Der Magister.
Julchen (zu Siegmund). Lottchen will mir nichts eher sagen, bis Herr
Damis wiederkömmt. Er ist eine halbe Stunde nach Hause gegangen, und
Sie sollen so gütig sein und zu dem Papa kommen. Er wartet mit dem
Kaffee auf Sie.
Siegmund. Nach Ihrem Befehle. Aber darf ich hoffen?
Julchen. Weil Sie in der Sprache der Liebhaber reden: so muß ich Ihnen in der Sprache der Schönen antworten: Sie müssen mit meinem Papa davon sprechen.
Der Magister. Ja, Herr Siegmund, mein Bruder wartet auf Sie, und ich möchte gern ein Wort mit Jungfer Julchen allein sprechen.
Vierzehnter Auftritt
Julchen. Der Magister.
Julchen. Herr Magister, wollen Sie mir etwa sagen, was mir Lottchen
Neues erzählen will?
Der Magister. Nein, ich habe sie gar nicht gesehn. Ich komme aus meiner Studierstube und habe zum Zeitvertreibe in einem deutschen Fabelbuche gelesen. Wenn Sie mir zuhören wollten: so wollte ich Ihnen eine Fabel daraus vorlesen, die mir ganz artig geschienen hat. Ich weiß, Sie hören gerne witzige Sachen.
Julchen. Ja, aber nur heute nicht, weil ich gar zu unruhig bin. Sie lesen mir ja sonst keine Fabeln vor. Wie kommen Sie denn heute auf diesen Einfall? Ja, ich weiß wohl eher, daß Sie mir eine ziemliche finstere Miene gemalt haben, wenn Sie mich in des Fontaine oder Hagedorns Fabeln haben lesen sehen.