Ich. Dann hätte er sollen Gott bitten, der hätte ihn ohne Diebstahl durchbringen können.

Lehrer. Was gehört aber zum Gebet?

Ich. Glaube.

Lehrer. Warum hat also der Mensch gestohlen?

Ich. Aus Unglauben.

Lehrer. Ein anderer Fall: der holländische Schiffskapitän Wilhelm Isbrand Bontekoe (l. Bonteku) verlor sein Schiff im indischen Meere durch Brand. Er entkam mit einem Theile der Mannschaft auf einem offenen Boote; aber alle hatten vergessen, Lebensmittel mit sich zu nehmen. Bald entstand die größte Hungersnoth. In den gierigen Blicken der Matrosen las man schon den Vorsatz, den sie bald auch wirklich aussprachen, daß sie einige von der Mannschaft tödten, und dann ihr Fleisch verzehren wollten. Wäre das erlaubt gewesen?

Ich. Nein; denn im fünften Gebot ist das Tödten ohne Unterschied verboten.

Lehrer. Aber wenn nun die Noth so groß war, daß kein anderes Mittel mehr übrig blieb; sollten sie dann lieber Alle umkommen, da sie vielleicht durch die Aufopferung weniger Personen die andern retten konnten?

Ich. Ich denke, wer Gottes Gebot hält, mit dem läßt’s Gott nie so weit kommen, daß er verzweifeln müßte. Und am Ende doch lieber sterben, als wider Gott sündigen.

Lehrer. Worauf gründen sich aber diese Ueberzeugungen?