„Ei! was soll das heißen?“ fuhr der Vater fort. „Ist der Rock lächerlich, so ist auch der Mann lächerlich, daß er den lächerlichen Rock anzieht!“

„Aber,“ sagte Gottfried, „der Mann kann ja nichts dafür, daß sein Rock so geflickt ist; er wird eben kein anderes Tuch gehabt haben.“

Der Vater stand still. „Seht ihr wohl, daß keiner von beiden das Auslachen verdient, weder der Mann noch sein Rock! Der arme Mann kann nichts dafür, daß sein Rock so geflickt ist, weil er kein anderes Tuch hatte, und der Rock ist ohnehin unschuldig. Aber wißt ihr denn auch, was hier besser am Ort gewesen wäre, als auslachen?“

Beschämt sagten Beide mit einander: „Mitleiden mit dem armen Manne, daß er keinen bessern Rock hat.“

„Nun,“ erwiederte der Vater, „merkt euch dieß für ein anderes Mal, und nennet mir eine Geschichte aus dem Alten Testament, an die man in solchen Fällen denken muß.“

Gottfried. O ich weiß schon, du meinst die Geschichte von den bösen Knaben aus Bethel, die im zweiten Buch der Könige steht.

Vater. Recht, die meine ich, und wenn wir nach Hause kommen, will ich sie euch vorlesen.

Ernst. O, aber aus dem Bilderbuch!

Vater. Gut.

Als wir nach Hause gekommen waren, wurde gleich das Bilderbuch geholt, und die Geschichte aufgeschlagen. Der Vater las: