Aus dem Salpeter wird mittelst Schwefelsäure leicht die Salpetersäure gewonnen, die—nicht gehörig gereinigt—gelbe Dämpfe ausstösst, dann Vitriolöl, spiritus nitri fumans heisst; gereinigt, mit etwas Wasser verdünnt, heisst sie Scheidewasser; mit 1/3 Salzsäure giebt sie das Königswasser, Goldscheidewasser, aqua regis, welche das Gold auflöst, von dessen Verfertigung wohl zuerst in dem Curriculo triumphalis antimonio die Rede ist, das man einem Basilius Valentin zuschreibt, der um 1500 verfasst seyn kann. Den Hindu war die Salpetersäure seit den ältesten Zeilen bekannt; ihren Namen habe ich noch nicht ermitteln können.
tinschnarasa im Sanscrit (d.i. die scharfe Essenz), mit Salpeter übersetzt, mag wohl hierher gehören.
ze-tshihi-skrura-rtsi, ze-tshahi-skyura-rtsi, auch sho-rahi [or: shorahi] im Tibetanischen.
Die Araber kannten diese Säuren ganz wohl, den Namen habe ich noch nicht ermitteln können.
ασημονερον im Neugriechischen;—aqua nitri, aqua stygia der Alchemiker.
aqua fuerte im Spanischen;—eau forte, esprit de nitre im Französischen.
szedwasser, serwasser, kwas salitri im Polnischen;—ssedwasser, lucewka im Czechischen;—lozhidna woda im Windischen;—ostrogrizna voda in Croatien.
§. 3. Glaubersalz.
Schwefelsaures Natron, ein sehr allgemeines Purgiersalz, welches einige Landseen absetzen, theils rein, theils in Verbindung mit Koch- und Bittersalz.