§. 10. Vitriol.

A. Vitriol im Allgemeinen.

Der Vitriol ist die Verbindung der Metalle mit Schwefelsäure, es giebt daher so viele Arten von Vitriol als Metalle. Kupfer-, Eisen- und Zinkvitriol finden die allgemeinste Anwendung, finden sich natürlich wieder im Grossen künstlich bereitet. Bis ins 16. Jahrh. kam fast aller Vitriol durch die Venetianer besonders aus Cypern nach Teutschland.

fan im Chinesischen;—tutia im Hindu, worunter man auch das Zinkoxyd begreift;—trausi im Malaiischen;—ardschasp im Armenischen; kankanton im Chaldäischen;— schechiro, surto im Syrischen; mit diesem oder einem ähnlichen semitischen Worte könnte vielleicht sory im Griechischen zusammenhängen.

zadsch im Türkischen, zadshi kybrys ist cyprischer Vitriol;—zadsch, auch sak, resker im Persischen, sadsch, schabb, sech, zech, gez im Arabischen, auch resger, resgez, siprè;—zegi der Alchemiker, auch azegi, azig, asagi, zet, alech, zoroba, sactin, altinuaraun.

sory der Römer und Griechen könnten hierher gehören, doch lässt sich mit Sicherheit über einen allgemeinen Namen derselben nichts bestimmen.

uisge nimhe, uisge loisgeach im Gälschen (d.i. giftiges, brennendes Wasser).

coupross im Bretonischen;—couperrosce, couperouse im Altfranzösischen;—coparrosa, caparrosa im Spanischen, auch cabarros, was eigentlich Eisenvitriol ist;—copperas, scoperas im Altenglischen;—kopporök im Schwedischen;—kouporos, kyporoch, auch witriol im Russischen;—koperwas, koperwaser, siarkan im Polnischen, auch wytryol;—coperwater im Holländischen;—kupferwasser im Altteutschen (kommt wohl nicht mit Kupfer und Wasser zusammen, bedeutet nicht Kupfer-oder Cementwasser, stehet wohl mit den erwähnten Namen, vielleicht auch mit kubreet Schwefel im Semitischen in Zusammenhang). Die unreinen Vitriolerze heissen in Goslar Tintenerze (vielleicht wegen des Tintengeschmacks, daher im Englischen auch inkstone). Man unterscheidet grünes, gelbes, weisses Kupferwasser oder Atrament.

calacan, calacana im Walachischen;—skalice, auch zmyda im Czechischen;—galic im Illyrischen;—galiska in Bosnien;—galiz, galitzkö im Magyarischen; auch jetzo nennt der Bergmann das unreine Vitriolerz Galitzienstein, was aus dem Slawischen stammen wird.