B. Zinnober.

Zinnober ist Schwefelquecksilber, von hochrother Farbe, das theils natürlich vorkommt (nur prapärirt zu werden braucht), theils auch künstlich zusammengesetzt wird. Seit ältester Zeit ist es eine sehr wichtige Farbe in der Malerei. Ein feiner, zur Malerfarbe besonders präparirter Zinnober heisst vermeillon, doch belegt man auch fein präparirte rothe Mennige (Bleioxyd) mit diesem Namen. Seit urältester Zeit liefert Spanien Zinnober, aber unter römischer Herrschaft wurde die Zinnoberfabrication für ein Regale erklärt, und nach Rom verlegt.

dsu, tchu-cha, yn-tchou, theout-chou, tan, tancha, hong im Chinesischen;—tchin-ouhoun im Tartarisch-Mandschu;—tsial-ghö im Tibetanischen.

rasagarbha im Sanscrit, auch rasasthana, kapisirvaka, chinavari (sindura ist nicht Zinnober, sondern Mennige), rasafindura ist ein Zinnober-Präparat, das als Pflaster gebraucht wird;—rasagarbha im Bengalischen;—schengerf im Hindu.

sindschefr, sinkarf, kinbar im Persischen;—sindscharf, sindschafr, zingefr, kynjar im Arabischen;—kinnabaris, tinnabaris im Armenischen;—chinovariu, cinabor im Walachischen;—κινναβαρις im Griechischen, auch αμμιον, αυτοφοες war der natürliche, εργατιον der künstlich bereitete (der κινναβαρις ινδικη, oft auch bloss κινναβαρις genannt), war unser officinelles Drachenblut, von den Früch [Früchten] des calamus draco, eines ostindischen Strauches;—κινναβρι im Neugriechischen;—συναβρι im Mittelalter.

cinnabre im Französischen;—cinnabar, cinoper im Englischen;—cinabrio, auch azarcon im Spanischen;—cinabrio im Portugiesischen, ist eigentlich der natürliche, vermelhao der künstlich bereitete;—cinabro im Italienischen;—cinnaber im Isländischen;—cinnober im Schwedischen, Dänischen, Altteutschen, Holländischen.

czinnober im Magyarischen;—kinovare im Russischen;—cynobr im Polnischen;—cynobr, mednomodr im Czechischen;—czinober im Windischen;—czinaber in Croatien;—cinaber im Bosnien;—rumenicza im Dalmatischen und Ragusanischen.

bascart im Gälischen (von basc roth); basg-luaidh ist Vermillion, Scharlach, schön roth; mwycoch im Wälschen (d.h. zartes Roth);—minea im Baskischen, auch, arminea (mit dem Artikel ar);—minium der Römer (wohl aus dem Baskischen, da die Römer allen Zinnober aus Spanien zogen); daher vielleicht αμμιον im Griechischen;—minium, mino im Mittelalter war der natürliche, cinnobrio der künstliche;—alzemasor, affrengi der Alchemiker.

süligen im Türkischen;—schascher (?) im Hebräischen;—sikra (?) im Chaldäischen, ist auch Bolus.

C. Lebererz, Quecksilberlebererz.