§. 16. Wissmuth.

A. Das metallische Wissmuth.

Der gediegene Wissmuth findet sich von den Wissmutherzen am häufigsten, ist aber doch ein seltenes Metall, das nur in Sachsen im Grossen ausgebracht wird, sparsamer findet sich der geschwefelte Wissmuth oder Wissmuthglanz und das erdige Oxyd, der Wissmuthocker. Das Metall wird vorzugsweise characterisirt durch seine ausserordentliche Leichtflüssigkeit, es schmelzt an der Flamme des Lichtes, schon auf einem heissen Ofen. Mit Spiesglanz giebt es das Metall zu den Buchdrucker-Lettern;—mit Zinn und Blei versetzt giebt es ein besonders leichtflüssiges Metall, welches bey gewissen Verhältnissen schon im siedenden Wasser schmilzt, das vorzüglich zum Löthen des Zinnes und Bleies dient. Das Zink wird durch Wissmuth härter und diese Legierung hiess sonst conterfait, guntelfer (wie man auch den Zink nannte), und ein solches Metall bezog man sonst aus Indien, wo der Wissmuth stets bekannt gewesen seyn wird. Die Römer und Griechen haben das Metall vielleicht gekannt und es unter plumbum begriffen, doch stehet darüber nichts fest. In den Apotheken hiess es sonst: margasita officinalis, aschblei, plumbum cinereum, stannum cinereum. Der Name mag aus dem Slawischen stammen, wenn er nicht indischen Ursprunges ist.

wismata (gesprochen bismuta) in Bengalen (ob vielleicht aus den europäischen Sprachen?);—vismouth, wismut im Russischen;—vizmunt, biszmut im Polnischen;—wyzmut im Czechischen;—biszmot im Magyarischen;—vissmut, askbly im Schwedischen und Dänischen;—bismuth im Holländischen;—tinglas, auch bismuth im Englischen;—bismute, etain de glace im Französischen;—bismute im Italienischen, Spanischen, Portugiesischen.

Die Alchemiker erwähnen zuerst den wismut; als ziemlich synonym nennen sie conterfayn und mythan (wohl ein orientalisches Wort, dessen Bedeutung dunkel ist), scheinen unter wismat auch wohl Schwefelkies verstanden zu haben;—Albert der Grosse (um 1250) begreift den Wissmuth unter marchasita, Basilius Valentin (um 1500) erwähnt wismut und bismuth.

B. Wissmuthglanz.

Ein Schwefelwissmuth, von grauer Farbe.

bismuth sulfuré im Französischen, ähnlich in den neuern Sprachen.

C. Wissmuthocker.

Ein gelbes Wissmuthoxyd, von gelber Farbe, erdig, von seltenem Vorkommen.