Im Mittelalter begriff man unter Carbunculus sehr verschiedene rothe Edelsteine; als Art auch die granati, und da unsere Granaten häufig in rundlichen Körnern vorkommen, so scheint man diesen Ausdruck allmählig auf die Granatkörner beschränkt zu haben; ich muss dahin gestellt seyn lassen, ob Hammer von Purgstall Recht hat, dass granate von bidschade herkomme.
Granatus kommt gar nicht im Alterthume vor; zuerst erwähnt Marbodeus (um 1100) einen hyacinthus granatus, also eine Art Rubin, wohl wegen der Form in Körnern. Auch pyropus, woher unser Pyrop, findet sich nicht im Alterthume.
carbunculus, auch alabandina, alamandina, alavanus im Mittelalter.
winussa, wenisa im Russischen, auch granat;—uhlik im Czechischen, auch karbunkut, granat;—oglik im Krainischen;—dragi, auch svietlikamen im Windischen;—amaursak im Grönländischen.
karfunkel im Altteutschen, auch granaat, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache der neuern Völker übergegangen ist;—escarboncle, grenat, almandine im Französischen;—carbuncle, granato, guarnaccio imItalienischen;—carbuncle, garnet im Englischen;—carbunculo, granato, piropo im Spanischen und Portugiesischen;—karbonkle, granaat im Holländischen;—granat im Schwedischen, Dänischen, Norwegischen.
Anhang.
Der gemeine, unedle Granat ist undurchsichtig, nicht schön gefärbt, dient nicht als Schmuckstein, kommt meist in derben Massen, selbst als Gebirgsgestein vor, ist theils schwarz (Menalith), theils roth und manganhaltig (Mangangranat), theils braun, gelb, grün und so eisenhaltig, dass er als Eisenerz verschmolzen wird.
Ich finde hierher gehörige Fossilien weder in der römischen und griechischen, noch in der orientalischen Litteratur erwähnt.
In der Krystallform ähnlich dem Granat, ist der Leucit der Mineralogen, der anfänglich vulkanischer, auch weisser Granat oder Schörl genannt wurde, bis ihn Werner 1791 als eigne Gattung aufstellte und Leucit (von λευκος, weiss) nannte, der aber Hauy den Namen Amphigene (d.i. von zweifachem Ursprunge) gab. Er findet sich häufig in den vulkanischen, Gesteinen, besonders in der Gegend von Rom, konnte kaum der Aufmerksamkeit des Alterthumes entgehen. Gleichwohl finde ich nirgends eine Notiz über denselben.
granato bianco im Italienischen; leucit in den neuern Sprachen; leizit, belaja wenisa im Russischen.