A. Unsere Gattung Smaragd.

Die Mineralgattung Smaragd ist im Allgemeinen schön grün gefärbt, hat prismatische Krystalle, starken Glanz; aber die Härte ist wenig stärker, als beim Quarz. Zu derselben gehört a) der eigentliche, edle Smaragd, b) der Beryll oder gestreifte Smaragd (s. weiter unten) und c) der gemeine, der derb, undurchsichtig ist und keine technische Anwendung hat.

Der (edle) Smaragd, von jeher ein sehr geschätzter Schmuckstein, findet sich nicht in Indien (die sogenannten indischen Smaragde sind meist Chrysolithe); wir bezogen ihn seit der Entdeckung von Amerika nur aus Peru, kannten keinen andern Fundort, gleichwohl stand nicht zu leugnen, dass man im Oriente stets, auch vor der Entdeckung von Amerika, Smaragden gehabt hatte, von denen auch die römischen und griechischen Autoren reden, die aegyptische, wie scythische erwähnen, und mehrere arabische Schriftsteller sprechen von Smaragdgruben in Aegypten, von denen aber jede Spur verloren war, da sie seit 1358 ganz eingingen. Erst 1816 entdeckte der französische Reisende Cailliaud zwischen den ehemaligen Städten Berenice und Koptos die grossartigen Spuren der alten Smaragdgruben am Saburah im chloritischen Glimmerschiefer, und man überzeugte sich seitdem, dass hier wirklich edler Smaragd gewonnen wurde, welcher dann durch ganz Asien ging.

In der neuern Zeit haben die Russen bedeutende Smaragdgruben in Siberien, im Irkutzker und uralischen Erzgebirge eröffnet, die ausser grünen, auch blaue und gelbe Smaragde, neben Topasen liefern. Diese Gruben waren viele Jahrhunderte verlassen, werden aber schon im grauen Alterthume betrieben worden seyn und den smaragdus scythicus geliefert haben. Den smaragdhaltigen Berg im nertschiuskschen Gebirge nennen die Tungusen Tut-chaltui.

Der Juwelier begreift unter Smaragd meist alle smaragdgrünen schönen Edelsteine, wie den grünen Diamant, Sapphir und Turmalin (der in Ceylon, wie in Brasilien ziemlich häufig ist), die sich aber mineralogisch wesentlich unterscheiden. Wenn Taifaschi sagt: dass zu den wesentlichsten Eigenschaften des Smaragdes seine Theilbarkeit in glänzende Blättchen gehöre, so scheint diess mehr auf Beryll als Smaragd zu passen.

Weil Indien keine Smaragde hat, das Alterthum diese vorzugsweise aus Aegypten zog, so wird auch der Name daher stammen.

maragd, zamaragd im Aethiopischen;—smaragdos im Koptischen;—pauannese und pauappesse wird auch durch smaragdus übersetzt.

bareketh, barkat, barekat im Hebräischen, die Namen scheinen zusammen zu hängen mit barak, was in den semitischen Sprachen blitzen, glänzen heisst, womit maragd wieder in Verbindung stehet;—barkta, barkan, berakta im Chaldäischen, auch ismaragda, ismoradh, semargad;—borko im Syrischen, auch smargdo, semargedo;—samurod im Arabischen, auch sümrid, sommorod, semerid, somorods, sbaragd und salaki, mit den Abänderungen; a) dabbahni, zobabi, dsobab (von dabban, zabab oder dsobab die Canthariden, Fliegen mit schön grünen Flügeln), von dunkelm, reinstem Grün und schönstem Wasser; b) raichanijj (rihani), basiliengrün, lichtgrün;—c) silkijj und selongi, blattgrün, wie Grünkraut;—d) sabouni, zabunijj, seifengrün, auch arabijj, die arabischen genannt, die aus dem peträischen Arabien stammen, von ganz heller Farbe sind;—auch unterscheidet man: faz, fozz, fozzon, die aus dem Sande gewaschenen Smaragdkörner, und f[e]) kazab, den krystallinischen im Muttergestein;—zemerud im Türkischen, auch zümürid, zümird, zimbrut, samurat;—zmerud im Persischen, gewöhnlich zemeroud mesri (d.i. der ägyptische), auch semerud, mit den Abänderungen: a) subabi, hellgrasgrün, b) ribani, basiliumgrün, c) saluki blattgrün, d) sindschari, grünspanartig, e) kerasi, eiforbiumgrün, f) assi, myrtengrün, g) sabuni, seifengrün, auch der arabische, h) saikali, der helle, durchsichtige, i) sulmani, der undurchsichtige, k) kasaba (der Stab), der krystallisirte, l) astar, der zusammengehäufte.

marakta im Sanskrit (ganz wie maragd im Aethiopischen), auch asmagarba, asmajoni, apanica, lomasarara, haritasman (der grüne Stein), harinmani.—garuda im Sanscrit scheint ein sehr edler Stein gewesen zu seyn, da man ihn auch als the bird and vehicle of Vishnu bezeichnet; Wilson übersetzt ihn in seinem Wörterbuche mit emerald (Smaragd), so auch garudmata, garudottirna, garudaçmen; ob er hierher gehört, bleibt zweifelhaft, das Wort hat Aehnlichkeit mit jakut, auch mit zmerud;—marakata im Bengalischen, auch tsuni und harinmani (d.i. grüner Edelstein);—pachee soll er im Hindu heissen. In Peru (Südamerika) heisst der Smaragd pachel, pacha, was ein höchst merkwürdiges Zusammentreffen mit dem indischen Namen seyn würde. (pinga ist der gewöhnliche Name in Brasilien);—zemcrud, zamrud im Malaiischen;—smrucht im Armenischen, auch zmrroud, zmroukt;—σμαραγδος, μαραγδος der Griechen (zunächst wohl nach dem Armenischen und Aethiopischen);—smaragdus der Römer, aber nur zum Theil; der aegypticus ist der ägyptische, der scythicus der siberische (wenn er nicht Malachit ist); der bactrianus kann auch Smaragd seyn, die andern Arten waren Malachit oder chalcosmaragdus, der prasinus könnte vielleicht hierher gehören;—smiraldus und esmaraldus im Mittelalter;—smarag im Gälischen (Schottischen); amerand oder ameraud ist grün, woher vielleicht emeraude und emerald stammt, wie der Smaragd im Französischen und Englischen heisst;—smaragdu im Walachischen;—isumrud im Russischen, auch isoumrode, zmeroud, szmaragd im Polnischen;—smerald im Dalmatischen und Wendischen;—smaragd im Böhmischen, Magyarischen, Schwedischen, Dänischen;—smeraldo im Italienischen;—esmeroud, amarantsteen, smaragd im Holländischen;—esmeralda im Spanischen; esmaragdo, esmeraldo im Portugiesischen; emerald im Englischen;—emeraude im Französischen (wohl von emeraud, d.i. grün im Gälischen).

Anhang. Die von den orientalischen Schriftstellern angeführten, dem Smaragde ähnlichen Steine.