Dieser Stein gehört zwar mineralogisch zur Gattung Quarz, technisch zu den weissen Gemmen; da er aber ein Schillern wie der Chrysoberyll hat, mag er hier folgen.

Unser Katzenauge, auch wohl gunuko genannt, ist ein höchst feinfasriger Quarz, von meist grauer, auch rother oder gelber Farbe, der, besonders convex geschliffen, einen eignen wandelnden Lichtschein hat, dadurch dem Auge der Katzen ähnelt. Er kommt schön und nicht selten in Indien und Ceylon vor, war den Orientalen stets bekannt, wird auch von Ben Manssur sehr richtig beschrieben.

mao-tsing im Chinesischen;—patamra-kaonywen auf Awa;—billi-ke-ankk im Hindu;—ainol-hur, auch mithrax im Persischen; sebedsch ist Augenstein, gehört wohl nicht hierher;—ain al hirch, ainu 'ihirri (Katzenauge) im Arabischen. Ob das Türkische ainischenes Teufelsauge hierher gehört, weiss ich nicht. Im Alt-Griechischen ist kein Name bekannt. Asteria der Römer, auch wohl der belioculus, so wie der astrolobon, den Augen der Fische ähnlich; der mithrax, der mit mehreren Farben glänzte, wird hierher gehören, wenn es richtig ist, dass der mithrax im Persischen unser Katzenauge ist. koschetschei glas, kosetchetscheg im Russischen;—kamin bialy im Polnischen;—matskaszem im Magyarischen;—oeil de chat im Französischen;—ojo de gato im Spanischen;—occhio di gatto im Italienischen;—cats-eye im Englischen;—katte-oege im Dänischen;—katt-öga im Schwedischen;—katten-oog im Holländischen.

G. Unsere Gattung Plasma.

Es ist diess: edler Jaspis, edle Jade, bey den Steinschneidern bekannt als: plasma dismeraldo, prime d'emeraude, Jade oriental, auch diaspro. Ein schöner Stein, der sich allein in der Bucharey an der chinesischen Grenze findet, sehr selten zu uns kommt, im Alterthume und Oriente mehr bekannt war, als es bey uns der Fall ist. Er ist unkrystallisirt, sehr hart, nimmt eine vorzügliche Politur an, hat eine reine, tiefe grüne Farbe, ist aber auch weiss, roth, schwarz, zuweilen gefleckt geadert, dem edlen Sard verwandt, aber fettiger, glänzender. Er eignet sich ganz vorzüglich zum Schnitt, kann erhaben und vertieft bearbeitet werden, dient noch jetzo, wie seit den ältesten Zeiten, zu herrlichen Kunstwerken, die in sehr hohem Werthe stehen. Am meisten verwandt scheint ihm der edle Nephrit (Punama-oder Beilstein, pierre de haches von der Insel Taraipunama, südlich von Neuseeland), ähnlich ist der gemeine Nephrit (Jade tenace) und unser Jaspis (diosporo), nur unedler. Wie unser Carneol zum Sard, so verhält sich unser Jaspis zum orientalischen Plasma. Scharfe Grenzlinien sind bey diesen unkrystallinischen Massen nicht zu ziehen.

Der Stein war in der neuern Zeit gänzlich unbekannt, man fand in Rom, Herkulanum u.s.w. geschnittene und rohe Stücke, die von den Archäologen prime d'emeraude, Jade (ein türkisches Wort seyn soll, dschede ausgesprochen wird) auch plasma dismeraldo genannt wurden. Werner nahm diese antiken Steine zuerst in sein Mineralsystem, als die Gattung Plasma auf. Marco Polo und einige ältere Reisende erwähnen die schönen meist grünen Steine aus der Bucharey; die wichtigsten Nachrichten darüber lieferte Timkowsky (Reise durch Sina II.), anführend; dass sie ohnweit Jarkin (früher Hauptstadt von Ost-Turkestan), theils im Flusse Choton, theils auf dem steilen Gebirge Mirtschai, zum Theil in bedeutenden Massen gefunden, und grösstentheils nach Peking geführt werden. Vortreffliche Zusammenstellungen über diesen Stein lieferten: Remusat in den recherches sur la pierre de You et le Jaspe des anciens (histoire de la ville de Kotan. 1820); und Hager in Pavia im pantheon chinois 1806, (auch im giornale di fisica II. 1810).

Im Sanscrit finde ich keinen Namen für diesen Stein in Wilsons Wörterbuche; möglicherweise könnte der garud hierher gehören, der mit emerald (Smaragd) übersetzt ist.

giök in Indien, wohl im Hindu;—giuk in Japan und Tana; tran in Tunkin;—kin in Siam; mra auf Ava.

yu, yü (d.i. kostbar) im Chinesischen, auch yu-sce (kostbarer Stein) und tusce, ick in Canton bey den Juwelieren.

jas, kas im Tartarischen; die Brüche für die hellen Steine heissen ak-kasch, für die dunkeln kut-kasch. Das Wort kann mit jaschil, d.i. grün, zusammenhängen.