§. 1. Quarz-Gruppe.
A. Quarz, gemeiner Quarz.
Der Quarz ist das Gestein, aus dem im Allgemeinen die festen Felsmassen grossentheils bestehen, das am meisten der Verwitterung widerstehet, das, von Felsen abgelöst, die Kieselsteine bildet. Chemisch betrachtet bestehet der Quarz vorwaltend aus Kieselerde; die Mineralien, die reine Kieselerde enthalten, mit Allem, was sich in engern oder weitern Kreisen an sie anschliesst, bilden die Mineralgattung Quarz. Die edlen, schön gefärbten, eine vorzügliche Politur annehmenden Arten dieser Gattung sind bereits erwähnt, wie der Bergkrystall, der Opal, Agath, der Sard, Carneol und viele andere.
Ausser diesen giebt es noch mehrere gefärbte Quarzarten, die, weil sie weniger schön sind, nur eine sehr beschränkte Anwendung finden. Es heisst: der rosenrothe—Rosenquarz, quarz rose im Französischen, wohin der rodites der Römer gehören mag;—der hochrothe—Manganquarz oder Rhodonit;—der sehr blassrothe, Milchquarz; milk quarz im Englischen, taripo im Ceylonesischen, molotschoi kwartz im Russischen; der rothe mit goldgelbem Schimmer (welcher durch feine Risse und eine Lichtbrechung bedingt seyn mag), den man sehr häufig in Glas nachmacht; Avanturin; avanturino im Italienischen; avanturine im Französischen;—der blaue, Sapphirquarz und Siderit; der chromhaltige, grüne, der nur in Schlesien einbricht, als Schmuckstein dient, Chrysopras (s. oben);—der von Strahlstein gefärbte grüne, der nur in Sachsen vorkommt, Prasem (welcher Name aus dem Alterthume genommen ist, wo er aber Flussspath bedeutet haben wird).
Unser Name Quarz ist ein technischer; Mathesius in seiner Bergpredigt (etwa von 1560) sagt: querze, quatertz nennen die (sächsischen) Bergleute die Kieselingsteine und was so hart als diese ist. Das Wort Quarz wird aus dem Slawischen stammen; aber ähnliche Wörter finden sich auch im Keltischen, desshalb vielleicht erhielt dieser Gesteinsname so weite Verbreitung, ist in alle neuern Sprachen übergegangen, also quarz im Englischen, Französischen, Schwedischen, quarzo im Italienischen und Spanischen, quarts im Dänischen.
kwartz im Russischen;—kwarzec, kwarcowy, kware im Polnischen;—kwar, kwarec, skwar, skwarec im Czechischen;—sotan soll der Quarz im Krainerischen heissen;—kotz, kötz banyavirrach im Magyarischen;—ukkunkiwi im Finnischen.
guixa, guija im Spanischen; chachamole ist ein zersetzter oder gehackter Quarz.
quarr nennt der englische Bergmann das feste Gestein, auch carrak, was zusammenhängen wird mit careg im Wälschen und car im Gälischen, der Stein; diesem sehr ähnlich ist: khar im Armenischen und kara in den kaukasischen Sprachen: der Stein.
B. Kiesel, Kieselstein.
Quarzige und ähnliche meist abgerundete Geschiebe und Stücke.