Ein schwarzes vulkanisches Glas, mit höchst scharfkantigen Bruchstücken, theils in derben Massen, theils in Körnern, die man meist als Marekanit bezeichnet. Die Mexikaner wendeten es sehr allgemein zu schneidenden Instrumenten an, und wahrscheinlich schon die ägyptischen Priester zu ihren Opfermessern. Man fertiget aus diesem Steine Spiegel, auch andere Schmucksachen, besonders wenn er einen gewissen braunrothen Schein zeigt, wo er dann wohl Luchssapphir oder Pseudo-Chrysolith heisst.
Er ist nicht selten in Europa, auch in Aethiopien und Arabien, so auch im asiatischen Russland, besonders bey Ochozk im marekanischen Gebirge (woher der Name marekanit), eben so in Island. In Indien scheint er zu fehlen, war aber wohl wie in Aegypten bekannt; wir kennen aber noch nicht die Namen, doch sind mehrere Kunstsachen davon auf uns gekommen.
Herodot (II. §. 86) und Diodor erwähnen: dass beym Einbalsamiren der ägyptischen Leichen der Paraschistes den Leib mit einem scharfen äthiopischen Steine geöffnet habe, welcher nur Obsidian gewesen seyn kann, der sich hierzu allein eignet, und die alten Brüche in Aethiopien hat neuerlich Salt da aufgefunden, wo sie der periplus des rothen Meeres angiebt. Von hier kam er, wie es scheint, durch Obsidius nach Rom, wo man den Stein obsidianus nannte, verschiedene Kunstsachen daraus fertigte, ihn auch in Glas sehr gut nachmachte (vitrum obsidianum);—daher stammt unser Name. Uebrigens hiess der Stein bey den Griechen λιπαραιος, bey den Römern liparius, da man ihn von der Insel Lipari erhielt, wo er sehr verbreitet ist, mit Bimsstein wechsellagert.
sabach oder sandsch im Arabischen, von dem Taifaschi erwähnt: dass er ein schwarzer, schmelzbarer Stein sey, der sich ganz wie ein Spiegel verhalte, dünne Scheiben als Augengläser stärkten das Gesicht.
scheback und weschich im Persischen kann hierher gehören.
hraf-tinna, rafetinna, ravntinne im Isländischen (von hraur, raun der vulkanische Auswurf, Lava und tinna Stein).
In Teutschland nannte man ihn früher: Glasachat, Isländischen Agat, schwarzen Agtstein, Aidstein, dunkles Lavaglas, bis Werner den Namen Obsidian gab, der in die neuere Mineralogie übergegangen ist.
Im Französischen: agath noir, agathe d'Island, pierre de gallinace, obsidienne;—im Englischen: iseland agate, obsidian;—im Italienischen: agata d'Islanda, obsidianna;—im Spanischen und Portugiesischen: agatha de Islandia;—im Holländischen: glasacht;—im Russischen: islandskoi Agat, Obsidian.
I. Der Perlstein.
Ist ein Obsidian von körniger Structur, wo die Körner fast die Farbe und den Glanz der Perlen haben, kommt besonders in Ungarn vor.