Im Alterthume brauchte man kein Siegellack, man siegelte mit Wachs, mit Kitt, Kleister, meist mit Thon, was schon bey den alten Aegyptiern gebräuchlich war, wie Herodot 1. §. 38 erwähnt. Der Thon (πηλος) zum Siegeln, der in Kleinasien, Italien u.s.w. angewendet wurde, scheint noch von den byzantinischen Kaisern und später gebraucht zu seyn. Der gewöhnliche Thon haftet aber nicht auf Pergament und Leinen, trocknet auch sehr schwer, wahrscheinlich musste der Thon hierzu eigends präparirt seyn, worüber wir gar keine Nachricht haben. Schon das Alterthum wendete manchen Thon in der Medicin an; sehr berühmt war bey den Griechen ein Thon von der Insel Lemnos, der unter Aufsicht der Priester gewonnen und besiegelt wurde, den man noch unter türkischer Herrschaft viel versendete; in der neuern Zeit wurden eine Menge Thonarten officinell, als terra sigillata, da sie geformt und mit einem Siegel bedruckt waren, was erst im vorigen Jahrhundert aufgehört hat.

thin macheum, auch choetem im Arabischen;—γη σφραγις, γη σημαντριδαν im Griechischen;—creta im Lateinischen, z.B. erythraea;—terra sigillata im Mittelalter und neuern Latein.

O. Mergel.

Ein kalkiger Thon, oder thoniger Sand, der an der Luft leicht zerfällt, überhaupt ein Erdstratum, das zur Verbesserung der Aecker dient. Schon seit ältester Zeit war das Mergeln der Felder für die Landwirtschaft wichtig.

mala im Sanscrit;—tanah lilling im Malaiischen;—gerenk im Türkischen;—parat jerkir,—hogh im Türkischen (d.i. fette Erde).

thin magara im Arabischen;—marg im Abessinischen;—marl im Wälschen;—marla im Gälschen;—marg im Bretonischen;—marga im Alt-Keltischen (Gallischen); eglecopala im Gallischen, der blaue Mergel hiess bey den Römern columbina.

marga der Römer (wie im Gallischen), von verschiedenen Arten und Farben, als rufa, alba, columbina, argillacea, tofacea, arenaria; wurde auch unter argilla begriffen; als leucargillon u.s.w.;—marla im mittelalterlichen Latein;—marlare, mergeln (to marl im Englischen), marlaria die Mergelgrube;—marl im Englischen, marle im Französischen;—marga im Spanischen und Portugiesischen;—marna im Italienischen;—merg im Angelsächsischen;—margilla im Isländischen;—mergel im Dänischen;—märgel, marlrekor, näkelroed im Schwedischen;—mal im Walachischen.

gluhds im Lettischen;—tsapodo im Magyarischen;—mergeli, tschernosem im Russischen, auch nowos, opoika, ruchläkj;—merk, sljn im Böhmischen;—margiel im Polnischen;—merglina im Krainschen und Windischen.

P. Lehm, Leimen, Letten.

Eine gelbliche grobe thonige Masse, ein Absatz von Gewässern, die vorzüglich zu geformten Lehm- oder Ziegelsteinen dient, theils bloss getrocknet, theils gebrannt, hierzu seit den ältesten Zeiten verwendet wurde.