121Es ist ganz gewiß, daß die Menschen erst anfangen werden, im Geist zu leben. Hat erst die demokratische Bewegung das Ihre getan und neue Intelligenzen und Energien heraufgebracht, so wird es nicht bei der Langweiligkeit und Mittelmäßigkeit der heutigen Geschäfte bleiben. Die Phantasie wird ihr großes Zeitalter antreten, Organisationen werden entstehen, an die heut nur die Reichsten auch nur zu denken wagen, und werden sich halten: weil die Lust des Gehorchens um wichtiger Ziele willen dann stärker geworden sein wird, als die Lust, die heute regiert, die Lust zur größtmöglichen Behaglichkeit, im sozialistischen, wie im bourgeoisen Sinne. Weil man dann wieder jene höhere Art des Genießens, des Lebensgenusses verstehen wird, die unter Napoleon zuletzt halb Europa erfüllte, und in deren Bann unzähliges Volk allen Schlages und Ranges wieder einmal bewies, daß es noch ein ganz anderes Glück bedeuten kann, mit einem ‚vive l'empereur‘ auf den Lippen zu sterben, als mit einem ‚ni Dieu ni Maitre‘ zu leben.


Manche Leute müssen über ihre Dummheit durchaus öffentlich quittieren.


Einen Krieg beginnen, heißt nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn auflösen.


Man kann ein halbes Leben lang den Krieg verwerfen — bis man eines Tages erkennt: nein, der Krieg gehört vielleicht noch immer unter die tragischen Selbstzuchtmittel der Menschheit. Und furchtbarer als der Krieg bleibt, daß selbst dieses schreckliche 122Mittel dem Menschen nicht mehr nützt, als es geschieht; daß es ihn wohl tüchtig erhalten mag, im gegebenen Augenblick in den Tod zu gehen, aber daß es ihn nicht tüchtiger dazu macht, in sich zu gehen und damit in den Tod seines bisherigen Lebens.


Lehrer-Komödie: Die Armut der Lehrer, während die Staaten Unsummen für die Wehrmacht hinauswerfen. Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Milliarden leisten müssen.