Das Geschenk solcher Gotteserkenntnis, das sie uns anstelle der ‚ewigen Seligkeit‘ verspricht, ist folgendes:
Wir hören nie auf, als Lebendige wiedergeboren zu werden, wir sind und bleiben Teilnehmer des göttlichen Ringens um sich selbst. Gott schenkt uns (sich) keinen ‚Frieden‘, als den, welchen er sich selbst erringt. Alle höchste Stufe der Entwickelung erreicht Gott als Mensch: Der höchstentwickelte, am vollkommensten gelungene Mensch ist zugleich ein höchster Glücksmoment Gottes. Es gilt nicht, diese höchsten Glücksmomente Gottes auf allen Sternen einfach auszuschalten und als irdische Ungenügendheiten zu verdächtigen. Sie sind die einzige (bewußte) Seligkeit Gottes, es gibt keine andere, hinterweltliche, außer ihr. Sie sind selbst geistweltlich genug. Sie sind Erkämpftheiten, Ersiegtheiten, nicht faule Geschenke, sie sind nicht jenes Ausruhen, jener Friede, den die Geplagten und Gemarterten als Höchstes ersehnen, sondern Seligkeiten der Kraft, des außerordentlichen Vermögens, — alles irdische Große und Herrliche ist zugleich Seligkeit Gottes. Es gibt nicht Elende und Glückliche und einen Gott bewußt oder unbewußt außerhalb ihrer, sondern Gott selbst ist elend und glücklich, Gott selbst 239fällt und erhebt sich, sündigt und überwindet sich, Gott selbst ist das Herz, die Seele, der anemos der Welt.
Wer das Wunder nicht als das Primäre erkennt, leugnet damit die Welt, wie sie ist, und supponiert ihr ein Fabrikspielzeug.
Das Wunder ist das einzig Reale, es gibt nichts außer ihm. Wenn aber alles Wunder ist, das heißt durch und durch unbegreiflich, so weiß ich nicht, warum man dieser großen einen Unbegreiflichkeit, die alles ist, nicht den Namen Gott sollte geben dürfen.
Wirklicher innerster, reinster Glaube kann sich nur auf etwas beziehen, wofür die Sprache kein anderes Wort hat als absurdum; das Absurde ist sein einziges Objekt. Ja, ich möchte noch weiter gehen: was geglaubt werden kann, ist schon nicht mehr glaubwürdig. Glaube, im innersten Begriff, ist Annahme aller Möglichkeiten mit Ausnahme der einzigen, zu ihm selbst je ein bestimmtes Geglaubtes, das heißt einen irgendwie bestimmten Inhalt, zu finden. Glaube ist nur wahrer Glaube als von keinem Gedanken entweihtes Gefühl Gottes. Glaube ist damit das Gefühl Gottes von Sich selbst, Glaube an Gott ist bereits kein reiner Glaube mehr: das an setzt einen Gedanken, ein Urteil, eine Auswahl voraus. Glaube an Gott ist ebenso wenig Glaube Gottes, wie Gefühl an Gott Gefühl Gottes. Daher auch keine Vernunft dem wahren Glauben etwas anhaben kann.
A. Wo ist Gott …