Die Mutter schwieg und ihre Augen waren zwei milde, tiefe Flammen, die aus ihrer Seele brannten. Ylone aber lehnte erschüttert an ihrer andern Welt. Ihr Körper war ganz vornüber gesunken zu einer stummen Verbeugung vor dieser Mutter.
Da neigten sich ihre Herzen einander und brachen auf wie zwei Ströme, die über weite Landschaft fluten. Und um das Haupt der Mutter schwebte ein goldenes Schluchzen, wie bei allen großen Müttern, die Gott gezeichnet hat und denen ein Wunder gelang.
Ich brachte in dein Dasein den Mann, Ylone, weil ich glaubte, dich dem Leben nicht vorenthalten zu dürfen. Auch ich war ja einmal durch ihn hindurchgegangen, bevor du meine Wohnung wurdest, Geliebte. Einzig wir Frauen wissen tiefer von einander. Der Mann sieht in uns nur sich selbst. Fremde sind wir ihm immer. Wir müssen ihn überwinden, auswandern aus dem irdischen Erlebnis, einziehen in das göttliche, das ohne Körper ist. Solltest auch du es schon damals erkannt haben, Ylone, damals als ich diese sapphische Klage von dir fand:
Betrunkene Gärten weckten mich zur Nacht.
Wer ist es, der so weinend lacht?
Wie Weiden, die zu tief an wilden Wassern lehnen,
Steh ich in meinen uferlosen Tränen.
Des abtrünnigen Schlafs Dämonen
Kommen schon mich zu bewohnen:
Aus männlicher Nacht will ich mich schrein,