»Den Plunder hinausgeworfen,« sagte Maggie vergnügt. »Die Kattungardinen und Mullvorhänge, die Makartsträuße, na alles. Nur die Puffs hier, dein glänzender Einfall, die höchst eigenhändig gepolsterten Bierfäßchen, die sind noch da, folgen aber auch, sobald ich was Besseres habe. Dafür ist dieser famose alte Schrank zugekommen, da der Stuhl, echt Empire, und an deinem Bette der Gobelin. Hübsch, was?«

»Nein,« sagte Gertrud energisch. »Früher war's ein hübsches, luftiges Nestchen mit all dem unschuldigen Mädchenausputz; jetzt kommt es mir wie eine leere Trödelbude vor. Wo ist der Toilettentisch?«

»Alles weg. Als ich – wann war's doch? – Februar oder März zuletzt bei euch war und deine neue, wundervolle Schlafzimmereinrichtung sah – sie ist einfach herrlich, wie überhaupt alles in Laukischken, ich weiß gar nicht, wie du es hier aushalten wirst – ja, also, wie ich da nach Hause kam und hier den Firlefanz vorfand, hab' ich vor Wut geweint, und alles Billige und Unechte abgerissen.«

Gertrud sah sie aus großen Augen an.

»Neidisch, Maggie?« fragte sie. »Lieber Gott!«

»Neidisch auf dich, Trude? Nein. Aber, daß man so was haben kann, und daß ich es nicht habe, das ärgert mich. Und bis ich so weit bin, will ich lieber kahl und einfach hausen.«

Gertrud schüttelte den Kopf.

»Du,« sagte Maggie lebhaft, »unterschätze das nicht, was du so leicht aufgeben willst. Es hängt mehr daran, als man glaubt. Sieh mal, ich wette, du vermissest schon deine Jungfer, kannst dir die Taille nicht aufmachen, die Stiefel nicht ausziehen und weiß Gott, was noch alles.«

»Ich werde das alles ganz leicht wieder lernen,« sagte Gertrud bittend. »Und heute hilfst du mir ja doch ein bißchen, nicht wahr?«

Maggie umarmte sie stürmisch und stand ihr mit zitternden Händen bei. Als sie das prachtvolle Haar löste, das weißschimmernd über die Stuhllehne fiel, legte sie das Gesicht hinein und fing an zu weinen.