»Was war denn nun mit Seckersdorf gestern?« fragte Maggie.

»Ja,« erwiderte der Oberförster zögernd, »mir fiel schon unterwegs ein, daß man am Ende den Kurowski doch nicht vor den Kopf stoßen kann. Ich habe noch nicht zugesagt ... Überbürdung vorgeschützt, mir Bedenkzeit ausgebeten. Allerdings verliere ich meine drei bis viertausend Mark, – Heiratsgeld, Mädel ... Wenn man nur wüßte ... Sag' mal, was ist denn nun eigentlich bei Kurowskis los gewesen?«

Maggie erzählte.

Der Oberförster schüttelte den Kopf und fluchte.

»Wenn der Kurt aber noch so hinter ihr her ist,« sagte er schließlich, »daß seine Frau nicht ansehen soll, wen sie will, muß es mit der Gleichgültigkeit und schlechten Behandlung doch nicht so schlimm sein. Vielleicht spukt der Gertrud auch wirklich der Seckersdorf im Kopf herum ... dann freilich ...«

Maggie widersprach eifrig. Die Gertrud wäre viel zu sehr herunter, als daß sie an solche Dinge dächte. Aber zu vornehm und harmlos wäre sie auch, und könnte sich nicht vorstellen, daß man sogar ihren Blicken allerlei Bedeutung unterlegte. Man müßte also dafür sorgen, daß sie nie mit Seckersdorf zusammenträfe, denn wer weiß, ob nicht der Kurowski gerade nach Berlin gegangen wäre und Gertrud allein hier gelassen hätte, um ihr eine Falle zu stellen? Dann würde er sie auf bequeme Weise los, und die Kinder gehörten ihm.

»Alle Wetter!« Der Oberförster blieb stehen und sah seine Jüngste verdutzt an. Das war eine Idee. Und zuzutrauen war's dem Kerl, dem Kurowski, schon. Natürlich! Daß ihm das selbst auch nicht eingefallen war! Gott sei Dank, daß er Gertrud heute nicht mitgenommen hatte. »Und weißt du warum, Mädel? Ich habe mich mit dem Seckersdorf bei den Eichenschlägen verabredet und dachte nun so, wenn du zwanglos mit ihm ... Na, und so weiter.«

Maggie erschrak, daß sie blaß wurde. So unvorbereitet, so ganz ohne sich zurechtgelegt zu haben, wie sie die Geschichte eigentlich einleiten sollte ... Aber sie hob gleich wieder den Kopf und sah mit ihren strahlenden Falkenaugen vorwärts.

Um so besser. Das Glück war mit ihr. Vielleicht machte sich wirklich alles so noch natürlicher. Da sie den Vater so oft meilenweit begleitete, war vor der Welt die Absichtlichkeit eines Zusammentreffens ausgeschlossen. Sie wollte nun auch nicht weiter grübeln und dem Zufall überlassen, auf welche Weise sie sich mit Seckersdorf verständigen konnte.

Jetzt, während sie rüstig weitergingen, besprachen sie alles auf Gertrud Bezügliche.