Maggie nickte. »Wörtlich, Herr von Seckersdorf.«
»Und?«
»Sie war einen Augenblick froh und sagte: 'Das wußte ich ja!' Und dann ist sie still geworden und hat diese übertriebene – ich meine, sie hat ihre Kinder von da ab mit ganz ausschließlicher Zärtlichkeit behandelt. Und als ich – ich dachte doch, man müßte ihr ein bißchen helfen – sie ist so ängstlich und im besten Sinne des Wortes förmlich, und ich wollte Ihnen auch gern Nachricht geben ...«
»Kurz und gut?« sagte Seckersdorf erregt.
»Ja, sie ist sehr böse auf mich geworden und hat mir verboten, je mit Ihnen über sie zu sprechen.«
»Ihnen verboten?« wiederholte Seckersdorf ratlos. »Ernsthaft verboten? Aber Sie selbst sagten mir doch ...«
Er sah Maggie beinahe so hilflos an, wie Gertrud es oft tat. In diesem Augenblicke empfand sie für ihn etwas von der Zärtlichkeit, die sie der Schwester entzogen hatte.
Ihr wortloses Mitgefühl tat ihm wohl. Er nahm ihre herabhängende Hand und hielt sie fest.
»Sie sind gut, Fräulein Maggie!« sagte er leise. »Aber, bitte, sagen Sie mir, was heißt das? Sagen Sie es offen. Das ist doch sonderbar. Gertrud hat ja mit mir kein Wort darüber gesprochen, Sie meinten jedoch ... Und ich sah es ihr ja auch an ...«
»Denken Sie um Gottes willen nicht schlimmer von der armen Gertrud,« bat Maggie weich. »Sehen Sie, sieben Jahre verheiratet und meiner Meinung nach unglücklich –«