»Ja, Papa!« sagte Gertrud. »Du mußt mich mit den Kindern schon bei dir behalten. Kurt hat mich fortgejagt. Er hat das schon oft getan, aber diesmal hab' ich ihn beim Wort genommen. Ich kann nicht mehr bei ihm bleiben.«
»So ... du kannst nicht mehr bei ihm bleiben? Und weshalb denn nicht? Hat wohl eine von deinen horrenden Schneiderrechnungen nicht gleich bezahlen wollen? Oder kein Fuhrwerk gegeben, oder so eine ähnliche Untat begangen? Nein, mein Kind, ich bin dem Kurowski weiß Gott nicht grün. Aber daß meine Tochter ihm so einfach von Haus und Hof läuft, sagt: Ich kann nicht bei ihm bleiben ... das gibt's bei mir nicht!«
Er lief hin und her. »Was war denn los?« polterte er endlich und blieb vor ihr stehen.
Sie weinte.
»Heul' nicht ... erzähl'!« sagte er ungeduldig.
Da nahm Maggie sie in die Arme.
»Wenn unsere Trude so ankommt wie jetzt, dann muß was Großes passiert sein. Quäle sie nicht, Papa. Meine arme, arme Trude!« Sie streichelte das zarte Gesicht und setzte die Schwester in den Lehnstuhl. »Sieh sie doch an. Ist das denn menschenmöglich? Bist du krank? Was hat er dir getan, Liebling? Nein, sag' nichts, das bekommen wir schon allmählich heraus, lehne dich an und weine – weine, das wird dir gut tun.«
Die junge Frau legte gehorsam den Kopf an die Lehne und machte die langbewimperten Augen zu. Ein leises schauerndes Zucken hob ihre Schultern.
»Laßt mich hierbleiben ... laßt mich hierbleiben. Papa, ich bin doch deine Älteste ... du hast mich doch lieb ... laß mich hierbleiben!«
Der Oberförster schlürfte herum. Dann waren alle still. Der Wind heulte wie vorhin, die Lampe summte, und im Nebenzimmer jauchzten die Knaben und kläfften die Hunde.