Die Tür öffnete sich. Sie stand in einem roterleuchteten Vorraum, an dessen Wänden ein Gewirr von weißen Arabesken, Früchten, Masken und Putten lebendig zu werden schien ...
Und dann, während Frau Erika in ihrer Handtasche nach dem Notizbuch kramte, kam ein Wunder: Die weiße Tür links wurde aufgerissen – ein paar tappende Schritte ... und auf der obersten Stufe der Treppe die herunterführte, stand ein Bübchen in weißem, zottigem Mantel, die weiße Kappe aus dem blühenden Gesicht mit dem blonden Kraushaar geschoben, die dicken Händchen gespreizt ... und mit Augen, die ganz weit vor Verwunderung hinunterblickten ... mit Augen!!
Wie kam ihr toter Junge hierher?!?
»Mein Kind ... mein Bub' ... mein alles ... wo warst du so lange? ... wo haben sie dich versteckt? ... liebes ... liebes ...«
Sie war oben und riß das Bürschchen an sich.
Das war einen Augenblick stumm vor Schreck. Dann fing es zu strampeln und zu schreien an.
»Loslassen ... loslassen ... Mutti ... Mutti!«
»Was gibt's denn?«
In der offenen Tür stand eine schöne, lebenstrotzende Frau, im eng anliegenden Schneiderkleid, zum Ausgehen fertig.
Das blühende, breite Gesicht unter dicken, rotbraunen Haarwellen leuchtete vor Gesundheit. Jeder Muskel des starken Körpers schien von Kraft gespannt und geschwellt.