Frau Erika schüttelte den Kopf und sagte nur: »Nach Hause.«

»Soll ich Auto besorgen?«

Sie nickte, achtete nicht darauf, wie lange sie wartete, und bemerkte auch das verwunderte Kopfschütteln des Portiers nicht, als sie ihre Adresse angab.

Die Augen fielen ihr zu, und sie fuhr aus dem Dämmerzustand erst auf, als der Wagen vor dem Hause in der Bendlerstraße hielt.

Wie im Schlaf ging sie hinauf, vorbei an der treuen Lina, die ihr beim Ablegen helfen wollte, und in ihr grünes Zimmer.

Eine beklemmende Angst nahm ihr den Atem. Sie wußte nicht mehr, wo sie war. Sie konnte nicht mehr Traum und Wirklichkeit unterscheiden – nicht mehr Leben und Sterben ...

Ja ... das blühende Leben hatte die Tür vor ihr zugeschlagen und ihr Kind im Arm davongetragen, und sie ... sie stand hier ganz allein, ganz fremd. Sie brauchte etwas, um sich daran zu halten ... denn sie fiel um ... irgendwohin in die Finsternis ... Aber da war nichts ... kein Mensch ... kein Ton ... kein Bild ... Nur Schönheit, bunter Farbenzauber, fremdes Gerät, an das sich kein Erleben knüpft ...

... Doch! ... Der Matrosenkopf stand noch von vorhin auf dem kleinen Tischchen neben der Chaiselongue und grinste ...

Nach ihm streckte sich ihre Hand aus.

Da fiel er zur Erde, gegen ein bauchiges Bronzegefäß, und zerbrach in ein paar große Stücke ... Frau Erika griff voll Entsetzen nach dem einen – es war ein Ohr, mit dem blanken Ohrring darin –, dann warf sie sich auf die Chaiselongue und fing fassungslos zu weinen an.