Sie ging schnell hinaus und nahm mit überraschtem Aufschrei die Meldung entgegen.

Dann klopfte sie, nachdem sie die Bluse zurechtgerückt und den Rock über den Hüften heruntergestrichen hatte, an die Arbeitszimmertür des Herrn Dr. Lohrer.

Diese Stunde nun war die, in der er durchaus ungestört zu sein wünschte, – in der er die Geschäftsdispositionen für den übernächsten Tag ausarbeitete, – in der allein er auch vor sich selbst alle ästhetischen und gesellschaftlichen Rücksichten wegwarf und seiner eigentlichen Natur die Zügel schießen ließ.

Sogar die treue Lina hatte um diese Tageszeit doppelt tadellos zu sein, wenn sie, im Notfall, ihn an seinem Schreibtisch aufsuchen mußte.

Heute trat sie etwas hastiger ein als sonst.

»Darf ich Herrn Doktor stören?«

»Zum Kuckuck ... nein! Was gibt's? ...«

»Gnädige Frau liegt auf der Chaiselongue und weint ganz furchtbar.«

Doktor Lohrer drehte sich auf seinem Stuhl um. »Und?« ... fragte er eisig.

»Sie sagt, weil sie den gräßlichen Puppenkopf zerschlagen hat ... Aber ...«