Sie rührte sich nicht.
Er rüttelte sie an den Schultern. Der Körper gab nach, aber sie öffnete die Augen nicht, aus denen unaufhörlich die Tränen hervorquollen.
Er griff nach der herabhängenden Hand. Sie war behandschuht, aber er fühlte die Glut durch das Leder. –
Es war keine Frage, – seine Frau fieberte. Sie war krank, kränker leider, als sie es in Anbetracht der morgigen Sitzung im Unterrichtsministerium und der gesellschaftlichen Aussichten, die sich für den Winter daran knüpften, sein durfte. Und es war auch nicht an der Zeit, um Taktlosigkeiten, die in solchem Zustande begangen worden waren, zu rechten.
Mit Hilfe der treuen Lina wurde Frau Erika der Straßenkleidung entledigt. Eine sanfte Gewalt mußte angewandt werden, als die Hand, die den Scherben des Matrosenkopfes fest umklammert hielt, von dem Handschuh befreit werden sollte.
Dann erst durfte nach dem Arzt telephoniert werden.
»Wie konnten Sie die gnädige Frau in einem solchen Zustande ausgehen lassen?« ... schrie Doktor Lohrer die treue Lina an.
Sie wollte aufbegehren. Aber ein Blick in das verbissen grübelnde Gesicht und die zornigen Augen belehrten sie, daß dies im Augenblick unangebracht war.
»Gnädige Frau ist doch nicht leicht zu beeinflussen ... bei aller Güte ...« wagte sie zu bemerken. »Auch mit dem häßlichen Porzellankopf ...«