Und nun saßen sie einander gegenüber. Ein Paar Tassen zwischen sich, von dem faden Geruch der süßen Backware, des Kaffees, des Grogs eingehüllt, von dem leisen Rauschen der Zeitungsblätter in den Händen der ringsumher Lesenden, von dem Kommen und Gehen der Gäste, von durcheinanderhallenden Gesprächsbrocken umgeben.

Doktor Ender hatte sich aufgestützt und ließ den kahlen Kopf hängen. Frau von Betzwold nestelte an dem Schleier, musterte zerstreut und unruhig das Publikum und wandte sich dann, in den Schatten der Säule rückend, ganz dem Schweigenden zu.

»Wir müssen aber die kurze Zeit, die wir uns schenken, ausnützen ... Erzählen Sie zuerst von sich, lieber Freund! Was haben Sie in all den langen Jahren angefangen?«

Der verbitterte und traurige Zug um seinen Mund vertiefte sich, und das nervöse Zucken zitterte sekundenlang über eine Hälfte seines Gesichts.

»Ich habe nicht viel Tatsächliches zu erzählen ... Mein Onkel Farrstein – wenn Sie sich noch erinnern,« Frau von Betzwold nickte – »starb ein paar Jahre nach – nach unserer Trennung und hinterließ ein viel größeres Vermögen, als ich erwartet hatte. – Übrigens machte ich damals den letzten Versuch, mich Ihnen zu nähern – ich bekam aber meinen Brief, den ich nach Sagan schickte, wohin Ihr Gatte doch gegangen war, als unbestellbar zurück.«

»Das wird wohl in der Zeit gewesen sein, in der ich in Sanatorien herumwanderte – die Jungen im Korps waren – mein Mann auf irgendeiner der Probestellungen, die er nach seiner Pensionierung in allen möglichen Branchen suchte ... Schließlich landeten wir ja dann doch wieder in Sagan, wo er auch starb ... Aber zu Ihnen, lieber Freund – was fingen Sie nun an?«

»Meine Erbschaft ermöglichte es mir, die Last des traurigen Berufs abzuwerfen.«

»Sie waren doch Lehrer aus Passion! ...«

»Nicht mehr nach unserem Erlebnis! ...«

»Und womit beschäftigten Sie sich denn? ... Sie hatten doch einen so ungeheuren Tätigkeitsdrang....«