»Wer – um Himmels willen, wer? ...«
Starr und leichenblaß saß Frau von Betzwold da.
»Der Passinner, der Mörder,« flüsterte Ender. »Als du davonliefst und ich dir wenigstens schutzbereit nachsah, raschelte es am Zaun, und ich sah ihn, schwer auf den Querpfahl gelehnt und mit seinen Glotzaugen dir folgend und auch mich streifend, als ich tödlich erschreckt vortrat, um dir zu Hilfe zu eilen ...«
»Und?«
»Nichts weiter. Er ließ den Kopf hängen, ich zog mich in unüberlegtem, feigem Abwarten zurück und sah ihn dann sich nach dem Haus schleppen.«
»Und hast ihn nie gesprochen?«
»Nie ... Es war ja alles wie ein quälender Traum, und ich konnte mir manchmal auch denken, daß meine vernichteten Nerven mir das vorgespiegelt hätten – nur ...«
»Mein Gott, wir wollen jetzt nicht mehr alle Möglichkeiten erwägen ... er ist ja lange tot ... Gott sei Dank, lange tot ... Und welch ein Glück, daß ich dies letztere nie erfuhr ... Ach, alle längst vergessene Bangigkeit und herzbeklemmende Sorge war in einem Moment wieder aufgewacht ... Lassen Sie uns anderes reden ... Wissen Sie, daß mein Interesse für ähnliche Vorgänge mich eigentlich mit meinem Gatten zusammengeführt hat? ...«
»So, weiß er also? ...« fragte Doktor Ender freudig interessiert.
»Um Gottes willen! ... Aber ich habe doch über alles, auch das Juristische Bescheid bekommen – und ich bin ganz, ganz ruhig geworden ...«