Gestorben –

Verdorben –

Zu den Toten

Entboten –

Ach alle, wie weit ...

Im Gehen dämmerte ihr auch der Sinn der gedankenlos hingemurmelten Verse auf, und damit kam eine flüchtige Erinnerung angeschlichen. Dahinter eine andere und dann mehr und immer mehr, bis zuletzt nichts als ein großes Fragen in ihrer Seele war: »Ja, wo seid ihr alle, mit denen ich einmal wanderte, ich, die ich jetzt so allein bin?« Sie setzte sich auf eine Bank, die sich in ein Erlengebüsch schmiegte und von der aus man endlos weit in den grün dämmerigen Weg sehen konnte, lehnte den Kopf an den Stamm hinter sich und machte die Augen zu.

Aus den Fragen wurde eine große Sehnsucht und aus der Sehnsucht ein Rufen:

»Ach, wenn ihr doch wiederkämt – wenn ihr doch wiederkämt – du – und du – und du!« Und wie sie dann aus halbgeöffneten, traumverschleierten Augen aufsah, schien es ihr, als ob Schatten um sie her aufstiegen und langsam vorüberglitten. Sie fürchtete sich nicht.

»Ja, kommt nur,« sagte sie und suchte, ob sie nicht liebe entschwundene Gestalten unter den gleitenden zu erkennen vermöchte.

Fast war es ihr auch, als ob sie einen und den andern von ihren Heimgegangenen den dunkeln Weg heraufziehen sähe. Hier und da tauchte ein wohlbekanntes Gesicht hinter einem Baumstamm auf, aber es zerfloß, und ein anderes erschien, das irgend eines Weggenossen kurzer Stunden.