Über Nacht hatte es einen Sturm gegeben. Die bunten und gelben Blätter lagen über abgeschlagenen, dürren Ästen in Haufen auf dem Wege und raschelten. Die Sonne war noch nicht durch, und der graue, tropfende Herbstnebel verschleierte die Ferne und zog in Ballen und Streifen über die rostroten Gebüsche und die kahlen Stämme. Hier und da hob er sich, und dann sah man in einem Ausschnitt über Wiesen und Lichtungen weit in den Wald hinein.

So geschah es jetzt eben. Und da stand mitten auf einem kahlen, nur von kleinem Eichengestrüpp überwucherten Platz eine uralte Eiche mit weit ausgreifendem, verknorrtem Geäst. Unten an dem mächtigen Stamme bewegte sich etwas Graugrünes. Der Weg nahm die Richtung auf den Baum zu und führte in etwa 20 Schritte Entfernung daran vorbei.

Der Leutnant sah auf und fuhr zusammen.

Auch der Doktor hielt und wartete.

»Vorsicht!« sagte er, »ich schlage vor, wir nehmen den Leutnant in die Mitte und reiten da Schritt vorüber. Ich kann an der Spitze bleiben.«

Der Hauptmann hatte sich auch orientiert.

»Nein, Sie mit Fips dürfen nicht voran. Ich nehme die Tête.«

Und so geschah es. Ohne weitere Worte über die Gründe dieser Vorsicht, in gespannter Aufmerksamkeit, mit weit geöffneten Augen zogen die Reiter hintereinander langsam und lautlos den Weg hinunter, auf dem noch die Schatten der Wünsche von gestern kauerten.

Einen Augenblick hob sich an dem zerklüfteten Stamm ein leuchtend roter Fleck aus den grauen Nebelschleiern. Aber gerade als die drei an der Wegbiegung anlangten, von der aus man den ganzen Platz hätte übersehen können, jagte ein leiser Wind flatternde Nebelwolken aus dem Linksgebüsch auf und verhüllte die alte Terkuhneiche und was darunter stand.

Es war nun nichts mehr zu sehen als ein paar kahle Arme des mächtigen Baumes, und nichts zu hören, als der krächzende Schrei von streifenden Krähen ...