Langsam fuhr der Wagen von der Fangeuse fort nach der Chaussee zu; es spritzte der Morast um die Räder, es schwankte das hohe Gestell im schlammigen Moor. Aber man kam doch jetzt schon durch mit dem Jagdwagen. Und Josef war auch soweit, daß er, in Decken verpackt, darauf sitzen konnte.

Der Schluß des Märzes hatte ihm noch einen bösen Rückfall gebracht. Nun war der April da, ein lichter Himmel spannte sich übers Vennland. Aber wo anders würde der noch viel lichter sein! Josef sehnte sich, fortzukommen. An die Riviera.

»Dat is janz dat Rechte für dich. Immer Sonne, mehr Menschen, allerlei zu sehen, Musik, schöne Bilder, Jondelfahrten. Da kömmste auf andere Jedanken,« sagte Heinrich herzlich. Und Josef nickte dazu mit halb-wehmütigem, halb-hoffnungsfreudigem Lächeln: ja, da konnte Heinrich wohl recht haben.

Nur fort von der Fangeuse! Es litt ihn nicht mehr da, der Abschluß war zu schrecklich gewesen. Und ihm grauste auch, wenn er an die Tage der Schnee-Einsamkeit zurückdachte. Und doch wurde ihm das Scheiden schwer.

Bäreb stand Abschied nehmend am Wagen. Sie sollte erst noch im Haus aufräumen, alles zuschließen und verwahren. Dann ging auch sie hinunter nach Heckenbroich, und die Schlüssel schickte sie dann dem Herrn Schmölder.

Sie weinte; mit der Linken hielt sie sich die Schürze vors Gesicht; ihre Rechte hatte sie zum Wagen hinaufgereicht, sie ruhte in Josefs Hand.

Er drückte sie ihr krampfhaft: »Leb wohl, Bäreb!«

Sie schluchzte laut. Jesus Maria, ach, es wurde ihr doch so arg schwer, fortzugehen vom Herrn Josef! Von der Fangeuse, wo sie so gute, ach, so sehr gute Tage gehabt hatte! Die ganze Nacht schon hatte sie mit Weinen verbracht. Es hatte ihr immer noch wie ein Traum gedünkt, wie ein recht böser, daß sie nun weg sollte von hier; aber nun mußte sie es ja glauben, es war wirklich Ernst. Das Schluchzen sprengte ihr fast die Kehle, es erschütterte ihre ganze Gestalt.

In Josefs Gesicht zuckte es. »Bäreb, wein doch nicht so! Bäreb, sieh mich doch noch einmal an! Willst du mir denn nicht ordentlich Adieu sagen, Bäreb?«

»Adjüs,« sagte sie halb erstickt. Aber ihr Gesicht ließ sie nicht sehen, sie preßte nur noch fester die Schürze dagegen; die war schon ganz naßgeweint.