»Rette, o Herr, seine Seele!«
Und die anderen verstärkten den ihren dann auch. Weithin streute der Wind das betende Murmeln:
»Laß ihn ruhen in Frieden!«
An der Grenze von Heckenbroich stand der Bürgermeister; er sah den Zug kommen und hörte das Beten. Er nahm den Hut ab, als sie vorüberzogen, Mann bei Mann, zu zweien und zweien, ein sich windender Wurm, der hinkroch durch den finsteren Tag nach dem Kirchhof von Heckenbroich.
»Herr, gib ihm die ewige Ruh!« betete der Alte.
Die anderen beteten nach: »Und das ewige Licht leuchte ihm!«
»Uns allen!« flüsterte Leykuhlen und bekreuzte sich. Er verneigte sich tief.
Jetzt waren sie vorüber. Aber hinter ihnen ragte das Kreuz der Ley, das einzig Ragende auf der weiten Fläche. Das alles Überragende – das Wahrzeichen im schwarzen Land.
Romane und Novellen von Clara Viebig