Christus, erbarme dich unser!«
Als Echo wiederholte der Chor:
»»Herr, erbarme dich unser,
Christus, erbarme dich unser!««
»Gegrüßet seist du, Maria, Gebenedeite unter den Weibern!«
»»Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt für uns, jetzt und in der Stunde unsres Todes!««
»Amen!«
»Amen!« murmelte auch Simon Bräuer. Er senkte den Blick: nun war es aus! Morgen um diese Zeit war er schon weit von hier. Bald bei dem Thereschen! Aber keine Freude kam darob in sein Herz. Tief hing er den Kopf – vor ihm trottete die Herde – er kam sich vor wie ein Fahnenflüchtiger. Und doch, er mußte gehen!
Einen raschen, scheuen Blick warf er nach dem Sarg, der vor ihnen allen herschwankte, und dann senkte er den Kopf noch tiefer: vielleicht daß er wiederkam, wenn sie mitging, wenn er ein Haus für sie gebaut kriegte, nicht allzu weit ab, und wenn es ihr gefiel – dann vielleicht! Aber nur dann!
Langsam rückte der Zug voran. Die Träger wechselten häufig; es war ein schweres Gehen mit der Last durchs struppige Vennkraut. Nur der Schleichert gab sein Kreuz nicht ab, er trug es mit Stolz und Hingebung. Bei jedem Windstoß, der über die Fläche fauchte, verstärkte er seinen betenden Ton: