Wie traurig hatte die sich verändert! Sie war nicht häßlich, nein, vielleicht hübscher, als sie jemals zuvor gewesen. Schmerzen und Gram hatten ihr Gesicht verfeinert, die sonst gebräunte Haut war abgeblaßt, silbrig schimmernd wie Perlmutter. Das straffe Haar bauschte sich ihr lockrer um den Kopf, und im Blick ihrer weitgeöffneten großen Augen lag etwas Überirdisches.
Es fröstelte Peter. Sacht klopfte er an die Thür und trat zugleich ein.
Verwundert drehte Bäbbi den Kopf nach ihm, sie erkannte ihn nicht gleich. Dann aber flog ein freudiger Schein über ihr Gesicht, sie wollte seine Hand gar nicht loslassen. „Es dat schien, dat Ihr mech besuche kommt — oh — dat es schien!“
Er beugte sich über sie und suchte hinter einem Lachen und einem Scherz seine Rührung zu verbergen. „No ruhig, Bäbbche, ruhig! Jao, wann dän Ehmahn net derhäm es, dann kömmt onser anen e su apropos wie Räjen im Mai. Gäl, Bäbb?“ Er strich ihr gutmütig über die schmale Wange. „Wanneh danzen mir zwa dann zosammen?“
Sie blieb ernst. „Ech haon de Engel schuns Hallelujah singe gehört; ech danzen net mieh!“
„Gott bewaohr, Bäbb,“ sagte er erschrocken, „Ihr werdt doch net himmeln?“[36]
Sie sah ihn wehmütig lächelnd an. „Duht mer de Liew — ech verlangern e su — schreiwt mer e paor Wörtcher an dän Lorenz! Ech haon heiwel[37] vill Däg gelauert, dat ans kömmt, wat schreiwe kann.“ Sie machte einen Versuch, sich höher aufzurichten, traurig schüttelte sie den Kopf.
„Ech kann jao net ufstiehn, ech sein innewennig wie ausenanner. Lao im Schößche[38] sticht Papier on Feder — lao es de Dint — schreiwt — schreiwt!“
Mit ängstlicher Hast trieb sie ihn an. Sie diktierte schwerfällig, ruckweise, zu jeden paar Worten machte sie eine neue Anstrengung.
Beim Schein des winzigen Lämpchens schrieb Pittchen: