Einen Schrei stieß Pittchen aus, einen einzigen, kurzen Schrei, der durch die Nacht gellte, wie ein Trompetenstoß, über das schweigende Dorf hinfuhr, hin über die Wiesen und Äcker, und von der Bergwand widerhallte. Die Kniee knickten ihm ein, in schlotternder Haltung stand er auf seiner Schwelle.

Aber jetzt raffte er sich schon wieder auf. Sein erblaßtes Gesicht rötete sich, mit Kraft entwand er sich der haltenden Faust, und, den Oberkailer zurückstoßend, schimpfte er:

„Zackerloot noch ehs, wat soll dat haaßen?! Es dat en Manier, de Leit zo erschrecken! Ech haon gemaant, de Räuwer fielen öwer mech här. Wat wollt Ihr dann? Ha—o—uh“ — er zwang sich zu einem unterdrückten Gähnen — „mir wollten justement schlaofe giehn; ons Josefche es eweil widder onpaß[54]. Ha—o—uh — wat sein ech müd!“

„Laßt die Fisematenten,“ sagte streng der Obergendarm. „Voran, zeigt uns Eure Wohnung!“

„Die es bal gezeigt — haha!“ Pittchen brach in ein kurzes, krampfhaftes Lachen aus. „En anzige Stuw, on neist mieh. Äwer Scherz bei Seit, Ihr Hähren, wat wollt Ihr eweil in meiner Stuw, dat Zeih es justement beim Ausduhn[55]!“

„Schadt nischt,“ sagte der Oberkailer. „Voran, marsch!“

Peter zögerte, seine Blicke flogen nach allen Seiten.

„Voran!“ Der Gendarm hielt ihm den sechsläufigen Revolver unter die Nase. „Voran, im Namen des Gesetzes!“

Ein verächtlicher Blick Peters traf diesen; dann machte er, mit der Energie der Verzweiflung sich bezwingend, eine einladende Handbewegung: „Angtré!“

Miffert voran, traten sie alle in die Stube. Da war nicht viel zu sehen; ein elendes Licht beleuchtete die kahlen Wände. Aufgeschreckt vom Lärm draußen, stand die Zeih, halbentkleidet, im Zimmer und starrte mit aufgerissenen Augen die Eintretenden an.