Keine Antwort.

Eine kleine Laterne, die er am Gürtel getragen und angezündet hatte, hochhaltend, verschwand er in Mifferts Werkstatt.

Totenblaß, mit Augen, die unstät umherrollten, stand Peter wie angewurzelt. Er fühlte an seinem Halse den Griff des Oberkailers, aber schlimmer war der Griff jener eisigen Angst, die ihm das Herz zusammenpreßte, daß es den Schlag aussetzte. In seinem Kopf war ein wüstes Durcheinander, aus dem sich ihm nur der eine klare Gedanke hervordrängte: ‚der durfte nichts finden, nichts!‘ In ohnmächtiger Wut knirschte er mit den Zähnen. Fand der da drinnen etwas — fand er nichts?!

Mit verzehrender Angst hing sein Blick an der Kammerthür.

Kein Wort wurde gesprochen. Mit einem dumm-leeren Ausdruck wanderten Zeihs Augen von einem zum anderen; sie hatte keine Ahnung, was eigentlich vorging, und doch wagte sie keinen Laut. Die Arme über der, durch die hastig übergezogene Taille nur notdürftig bedeckten Brust verschränkt, die Zöpfe, aus denen der Pfeil schon herausgezogen war, lang über den Rücken hängend, hockte sie auf dem Schemel. Was wollten die Männer? Was hatte ihr Pittchen gethan?! In unbestimmter, kindischer Furcht fing sie an zu weinen.

Fünf Minuten vergingen, zehn Minuten, eine Viertelstunde, eine Ewigkeit.

Man hörte den Obergendarm drinnen hin und her trappsen und polternd das Gerät um und um kehren. Für Minuten wurde es wieder ruhig. Und dann hörte man sein Klopfen an den Wänden, sein Füßescharren — jetzt sein Fluchen, und jetzt — dumpfe Schläge.

Dann Stille.

Schon atmete Pittchen auf, ein erlösender Seufzer wollte sich seiner angstgepreßten Brust entringen — da — die Thür knarrte. Der Obergendarm trat aus der Kammer, beschmutzt und bestaubt; aller Blicke hingen an ihm.

Er trug etwas.