„O dau Lappes,“ schrie eine Stimme aus dem Hintergrund, „gieh nor on laoß der dein Rotznaos wischen. Mir peifen uf dein ‚Platz for de Obrigkeit‘!“

„Platz, Platz!“ Sie äfften ihm alle nach.

„Seid ihr doll?“ rief der Obergendarm. „Verrückte Fraumenscher macht Platz! Wenn ihr nicht auf der Stelle geht, laß ich euch sammt und sonders einsperren — hört ihr, einsperren!“

„Können! Erscht können! Haha!“ Tina lachte gellend. „Et wär’ noch gaor e su unöwel net, met dem Pittchen zosammen im Bulles. Äwer, gäwt Obaacht!“ Ihre zehn Finger wirbelten plötzlich dem alten Mann vor’m Gesicht, ihre Stimme klang drohend: „Laoßt hän los!“

„Jao, laoßt hän los!“ kreischte der Weiberchor.

„Heihin!“ Tina packte Pittchen am Ärmel und zog ihn zu sich herüber. „Ihr, laoßt hän! Wat wollt ihr vom Pittchen? Hän haot neist gedahn!“

„Das wird sich finden!“ Wütend stieß der Obergendarm Miffert in den Rücken. „Voran!“

Ein ohrenbetäubendes Gekreisch der Weiber erhob sich, in drohender Haltung rückten sie näher und näher.

Die Gendarmen waren vollständig umzingelt. Dem Oberkailer brach der Angstschweiß aus — immer neue Weiber rückten heran, aus den Häusern kamen sie gelaufen, mit Schimpfen und Lachen, und verstärkten den Trupp. Und rückwärts knackten und raschelten die Hecken, ungestüm brach eine Bande halbwüchsiger Mädchen durch, Bill voran, und verstellten auch den Ausweg.

Mit der Linken packte der Obergendarm seinen Gefangnen fester; er hätte das nicht nötig gehabt, Peter machte keine Anstalten, zu entfliehen, mit niedergeschlagenen Augen stand er, bebend wie Espenlaub. Mit der Rechten zog der Alte das Seitengewehr, die blanke Waffe glitzerte im Mondlicht.