Vorsichtig tappten die Gendarmen mit ihrem Arrestanten den Heckenweg hinunter; zur Sicherheit hielt ihn der Oberkailer hinten am Rock.
Noch war es dunkel, aber keine so tiefe Finsternis mehr, wie vorher; der Mond hatte sich hinter einer schweren Wolkenwand vorgestohlen und kämpfte jetzt mit zerrissenem Gewittergewölk. Über den fernen Bergen wetterleuchtete es.
Blitzähnlich erhellten ab und zu scheue Mondstrahlen den Pfad; von den nächsten Hütten fiel auch Lichtschein herüber. Das unsichre Gehen hatte bald ein Ende, schon schimmerte heller die breite Straße — da — Gemurmel! Ein dunkler Trupp nahte sich und verstopfte den Ausgang der Heckengasse.
Die Weiber!
Zu einer Kolonne geschlossen, harrten sie in trotzigem Schweigen. Im huschenden Schein des Mondlichts sah man ihre herausfordernden Gesichter und ihre funkelnden Augen.
Keine von ihnen rührte sich, als die Gendarmen nahten; sie hielten den Weg besetzt.
„Platz,“ sagte der Obergendarm und stieß die nächste mit dem Ellbogen an.
Es war Tina. „Oho,“ sagte sie und drängte sich, statt zu weichen, näher an ihn heran. „Waorum schubst Ihr mech?! Hei haot jeden dat gleiche Rächt!“
„Platz für die Obrigkeit,“ wiederholte schneidig der Oberkailer und warf sich in die Brust.
Ein allgemeines, schallendes Gelächter antwortete ihm.