Wie ein Schwur klang es, der Krumscheid zitterte vor Grausen; leise stahl er sich zur Thür hinaus.

„Onnerstieh dech!“ Peter packte die Zeih und riß sie hin und her, daß sie auf die Kniee fiel. „Ech kommen widder, haste’t gehört?“ Mit furchtbarer Drohung brüllte er sie an: „Dau bis mein!“

Und dann schmolz plötzlich seine Wut, jäh wie sie gekommen, auch jäh dahin. In heiserem Schluchzen zusammenbrechend, ließ er sich willig vom Oberkailer die Handschellen anlegen. „Zeih, Zeih,“ schluchzte er, „vergeß mech net!“

„Ech vergessen dech net, nie, nie!“ Ebenfalls schluchzend hing sie an seinem Halse; sie umklammerten sich beide, als könnten sie sich nicht lassen.

„Ech vergessen dech net, e su waohr ech läwen, Pittche, mei Pittche!“

Herzzerreißend klang ihrer beider Schluchzen, und das Josefchen wimmerte dazu in schrecklichen Schmerzenstönen. — — — — — — — — — — — — —

Als sie die Hütte verließen, wankte Peter wie ein Betrunkener, er lahmte so stark, wie nie zuvor. Die Hände hatten sie ihm auf dem Rücken zusammengeschlossen; neben ihm schritt der Wittlicher, hinter ihm der Oberkailer.

Herr Schmitz war bei der Zeih zurückgeblieben, die brauchte Beistand. Sie lag, ganz zusammengefallen, in einer Ecke und schlug wie eine Rasende die Stirn gegen die Mauer. „Pittche, mei Pittche!“ Dem alten Junggesellen kamen selber die Thränen, er hob sie auf, suchte sie zu beruhigen und erschöpfte sich in Trostreden.

„Jao, ech glauwen et sälwer,“ schluchzte sie an seiner Brust, „ech moß mech eweil verdrösten. Dän Pittchen“ — sie hob den Kopf und strich sich resolut die Haare aus der Stirn — „Hähr Schmitz, ech sein sicher, dat dän net widder kömmt. Dän hänken se uf!“ —

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