Sie blieb halsstarrig in der Furche liegen, kein Peitschenschlag trieb sie zum Aufstehen; aber als Tina hinter dem Pflug vorsprang und sie mit dem Fuß in die Weiche stieß, packte Billa zu. Ihre Finger krallten sich in Tinas Wade, mit einem Aufkreischen riß sie die Überraschte zu sich nieder. Sie wälzten sich beide auf der Stoppel.
Karl, nicht faul, nahm die Partei der jüngsten Schwester; es war ihm gelungen, sich loszusträngen, nun warf er sich über die beiden Mädchen, auf Tinas Rücken mit den Fäusten trommelnd. Billa, zu unterst am Boden liegend, erstickte fast unter der doppelten Last.
Das war aber alles noch Spaß, in das Gekreisch mischte sich Lachen; jedoch nun wurde es Ernst.
Tina hatte den Bruder in’s Bein gekniffen, dafür riß er sie an den Haaren; mit der einen Hand zerrte er ihren Kopf in die Höhe, mit der andern Faust schlug er ihr in’s Gesicht. Das Blut floß ihr aus der Nase, das Wasser aus den Augen; sie schrie laut.
Verschiedene kamen herzu und umstanden die Wolke von Staub, in der sich die drei wälzten. Die Meinungen waren geteilt.
„Dat schadt dem Tina neist, wann dat ordentlich wat uf de Schnöß krieht,“ sagte eine.
„Jesses, hän haut se kappores!“
„Speck on Schwart sein von einer Art — die duhn sech neist!“
„Haal dem Jong de Bein fest, hän trampelt dat Bill zo Schannen!“
„Ä wat, Onkraut vergieht net!“